Alle warten auf Kaiser

Kasseler SPD-Spitze trifft sich und berät auch über den Parteivorsitz

Wie geht’s weiter bei der SPD? Ob er noch einmal als Parteivorsitzender kandidiert, will Jürgen Kaiser (links) demnächst erklären. Oberbürgermeister Bertram Hilgen wünscht sich mit Blick auf die kommenden Wahlen klare Verhältnisse an der Spitze der SPD. Archivfoto: Michaelis

Kassel. Alle warten, dass sich der Vorsitzende rührt: Gespannt schauen die Kasseler Sozialdemokraten auf den heutigen Donnerstagabend, an dem sich die Spitze der SPD zur Sitzung des Unterbezirksausschusses trifft, was so etwas ist wie der erweiterte Vorstand.

Die Sitzung hinter verschlossenen Türen steht deshalb im Blickpunkt, weil Parteichef Jürgen Kaiser vor einigen Wochen andeutete, sich heute zu äußern, ob er beim nächsten Parteitag im Frühjahr 2015 erneut als Vorsitzender zur Wahl steht.

Auf Anfrage erklärte Kaiser, der Sitzung nicht vorgreifen zu wollen. Bevor er mit seiner Entscheidung an die Öffentlichkeit gehe, wolle er zunächst die Parteigremien informieren.

Was bei der Sitzung des Unterbezirksausschusses herauskommt, mag kaum jemand in der Partei voraussehen. „Die Lage ist ziemlich nebulös“, ist aus der SPD zu hören. „Es ist alles möglich.“ Was übersetzt heißt: Einen direkten Rücktritt halten einige für ebenso wahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass Kaiser für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender kandidiert.

Klare Verhältnisse an der Spitze der Partei will in jedem Fall Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Auch mit Blick auf die kommenden Wahlen will er keine Hängepartie oder gar, dass wie in früheren Zeiten Flügelkämpfe ausbrechen. Intern hat Hilgen eine eindeutige Klärung gefordert, zumal er das auch den grünen Partnern in der Rathaus-Kooperation zugesagt hat.

Spekulationen über Kaisers Zukunft, der als Bürgermeister und Ordnungsdezernent mehrmals in der Kritik stand, waren Mitte September aufgekommen. Damals wurden parteiintern auch schon mehrere mögliche Nachfolger in Stellung gebracht. Öffentlich äußern will sich von denen niemand. Kaiser hatte recht gelassen reagiert und angekündigt, die vergangenen Wochen für Überlegungen zu seiner Zukunft zu nutzen.

Zur Sprache dürfte aber nicht nur der Parteivorsitz im Unterbezirksausschuss kommen. Auf der Tagesordnung steht auch die Nachfolge für Kämmerer Dr. Jürgen Barthel. Erwartet wird, dass das SPD-Gremium Christian Geselle auffordert, sich auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Der Vorsitzende der Stadtverordnetenfraktion gilt als eher dem rechten Flügel der Partei zugehörig. Aber auch Parteilinke signalisieren Unterstützung. „Er macht eine gute Arbeit als Fraktionsvorsitzender“, heißt es über Geselle.

Von Claas Michaelis

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