Bisher konnten Patienten nicht transportiert werden

Kasseler spenden Krankenwagen für Uganda

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Ein Krankenwagen für Kooki: Unser Bild zeigt Anthony Mbaasa, medizinischer Leiter der Krankenstation und zwei Krankenschwestern mit dem Wagen, der dank Spenden aus Kassel angeschafft werden konnte. 

Kassel. Dank der großen Hilfsbereitschaft vieler HNA-Leser konnte jetzt ein gebrauchter Krankenwagen für ein medizinisches Zentrum in Uganda angeschafft werden.

Wenn man Leben retten will, zählt manchmal jede Sekunde. In rekordverdächtiger Zeit haben viele Menschen aus Kassel und Umgebung 26.000 Euro gespendet und so dafür gesorgt, dass eine Krankenstation in Uganda nun über einen Krankenwagen verfügt.

Mitte September hatte die HNA über die Eröffnung des medizinischen Versorgungszentrums in der Region Kooki berichtet, das auf Initiative der Kasseler Vereins „Together – Hilfe für Uganda“ aufgebaut wurde. Was noch fehlte, war ein Krankenwagen, um schwerkranke Patienten transportieren zu können. Die Krankenstation deckt die medizinische Grundversorgung ab, für größere Operationen ist es aber (noch) nicht ausgestattet. Das nächste größere Krankenhaus ist 65 Kilometer entfernt. Das bedeutet in Uganda eine mehrstündige Fahrt – wobei sich kaum jemand ein Auto leisten kann.

So gab es bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung der Krankenstation den Fall, dass eine schwangere Frau einen Kaiserschnitt brauchte und während ihrer Wehen verlegt werden musste. Sie musste die lange Fahrt auf einem Moped antreten, der Bruder fuhr, die Schwiegermutter hielt sie fest. Pfarrer Harald Fischer von der katholischen Kirchengemeinde St. Familia, aus der der Verein hervorgegangen ist, hatte den Partnern in Uganda damals versprochen, bis Ende Februar 20.000 Euro für einen gebrauchten Krankenwagen aufzubringen.

Harald Fischer

Nach dem Artikel in der HNA war das Ziel bereits Ende November erreicht. „Ich bin überwältigt von dieser großen Hilfsbereitschaft“, sagt Fischer. Seit Anfang des Jahres ist der Krankenwagen nun in Kooki im Einsatz. Er ist der einzige im Umkreis und wird nahezu täglich gebraucht, berichtet der Pfarrer. Mit dem Geld, das über die Anschaffungskosten hinaus gespendet wurde, habe man zusätzlich einen Untersuchungstisch, ein Ultraschallgerät und Medikamente finanziert.

Nächstes Etappenziel, um die Gesundheitsversorgung in der Region mit rund 40.000 Einwohnern zu verbessern, ist nun die Einrichtung einer Geburtshilfestation. 123.000 Euro hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) bereits zugesagt. Sie stehen bis zum Jahresende bereit. Bis dahin muss der Verein nun den nötigen Restbetrag von 40 000 Euro aufbringen.

Mehrere tausend Geburten

Im Einzugsgebiet der Krankenstation gibt es laut Fischer mehrere tausend Geburten im Jahr. Mit einer eigenen Geburtshilfe könne man in dramatischen Fällen wie dem kurz nach der Eröffnung noch schneller helfen. Der Frau und ihren Kind, die damals auf dem Moped ins Krankenhaus gebracht wurden, geht es heute übrigens gut.

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