Trennung vom Architekten

Kasseler Stadtmuseum wird noch teurer als geplant

Kassel. Die Sanierung des Stadtmuseums wird noch einmal teurer als zuletzt veranschlagt. Die vor einem halben Jahr auf 10,9 Millionen Euro korrigierte Bausumme werde noch weiter überstiegen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda.

Ursprünglich war man für den Umbau des städtischen Museums von 8,4 Millionen Kosten ausgegangen. Diese Summe war bereits 2011 auf 9,3 Millionen Euro erhöht worden. Als Grund waren „Bauschäden am bestehenden Gebäude“ genannt, „die vor Öffnung der Bausubstanz nicht erkannt worden waren, sowie eine damit zusammenhängende Schadstoffsanierung“.

Stadtmuseum im Regiowiki

Das Maß der Schäden sei vor Beginn der Arbeiten nicht erkannt worden. Bei den Schadstoffen, die entsorgt wurden, handelte es sich um Asbest und Dioxin. Bei der zurückliegenden Verteuerung hatte das Berliner Architekturbüro Hufnagel Pütz, Rafaelian die Stadtverwaltung erst kurzfristig über das Ausmaß der Verteuerung informiert.

Aktuslisiert um 18.40 Uhr

Dieser und anderer Ärger mit den Berliner Architekten hat inzwischen dazu geführt, dass sich die Stadt von dem Architekturbüro Hufnagel getrennt hat. Das Architekturbüro Hufnagel hatte 2009 den Auftrag bekommen, nachdem es als einer von 360 Bewerbern als Sieger aus einer offenen Ausschreibung hervorgegangen war. In einem externen Gutachten war zuletzt geprüft worden, ob Planungsfehler für die „eklatante“ Verteuerung verantwortlich waren. Noldas Resümee: „Hufnagel hat nicht in unserem Sinne gearbeitet.“ Die gegenseitige Kündigung sei quasi zeitgleich geschehen, sagte Nolda.

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Um den zügigen Weiterbau nicht zu gefährden, werde juristisch um einen Vergleich verhandelt. Die Nachfolge der Berliner hat bereits das Kasseler Büro Sprengwerk angetreten. Diese Veränderungen verursachten einen Mehraufwand verursachen, der jetzt dazu führt, dass die 10,9 Millionen Euro überschritten werden. Es werde weiterhin nach den Plänen Hufnagels inklusive Turmbauwerk gebaut, sagte Nolda. Bei den Kosten für die anliegenden Arbeiten specke man fianziell ab, wo dies möglich sei.

In Zeiten eines durch den Rettungsschirm gedeckelten Haushalts werde es schwierig, für die Mehrkosten aufzukommen. Dies gelinge nur, wenn bei anderen Projekten eingespart werde. Das Stadtmuseum am Ständeplatz ist seit drei einhalb Jahren wegen der Generalsanierung geschlossen. Ursprünglich sollte das sanierte Haus in diesem Jahr zum Stadtjubiläum öffnen. Der Termin war von Nolda im vergangenen November um ein Jahr verschoben worden: „Wir gehen davon aus, dass das Haus Ende 2014 wieder bezogen werden kann.“

Inzwischen sei auch der Mietvertrag für die Schaustelle des Stadtmuseums an der Wilhelmsstraße verlängert worden, sagte Kulturamtschefin Dorothee Rhiemeier. Dort wird das Museum seine Arbeit zwischenzeitlich für die Öffentlichkeit fortführen. (chr)

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