Es soll bei Kosten von 11,9 Millionen bleiben

Fenster zur Stadt: Im Kasseler Stadtmuseum wurde Richtfest gefeiert

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Am Freitag wurde Richtfest gefeiert: Das Stadtmuseum soll im Frühjahr 2015 wieder eröffnet werden.

Kassel. „Das ist großartig. Bei schönem Wetter können Sie bis zum Hohen Meißner blicken. Jérôme hat den übrigens immer den hessischen Mont Blanc genannt, da er sich die deutschen Namen nicht merken konnte.“

Wenn man auf Karl Hermann Wegener trifft, kann man stets mit unterhaltsamen Anekdoten aus der Geschichte der Stadt rechnen. Erst recht, wenn man den früheren Leiter des Stadtmuseums an seiner einstigen Wirkungsstätte antrifft.

Und dort war Wegener am Freitagmittag, weil Richtfest des neuen Stadtmuseums gefeiert wurde. Wegener machte seiner Nachfolgerin Dr. Cornelia Dörr ein wunderbares Kompliment: „Das Stadtmuseum ist nach wie vor das sympathischste Museum in Kassel.“

Wenn es - wie geplant - im Frühjahr 2015 wieder eröffnet wird, hat man aus der obersten Etage einen tollen Blick auf die Innenstadt. In der sogenannten Stadtloggia, in die noch ein über 30 Quadratmeter großes Fenster („Das Fenster zur Stadt“) eingebaut wird, fand auch der offizielle Teil des Richtfests statt. „Nachdem man durch das Museum gelaufen ist und sich mit der Geschichte Kassels befasst hat, schaut man hier auf die Stadt von heute“, erklärte Museumschefin Dörr das Konzept. Von außen wird der Turm ab dem kommenden Frühjahr eine helle Klinkersteinfassade erhalten.

Das Fenster zur Stadt: In die Stadtloggia wird noch eine über 30 Quadratmeter große Scheibe eingebaut.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zeigte sich so begeistert von der Stadtloggia, dass er kurz darüber nachdachte, hier sein Büro einzurichten, um immer diesen Blick „auf unsere wunderschöne Stadt“ zu haben. Über die Kosten von 11,9 Mio. Euro für das Stadtmuseum (ursprünglich waren 7,5 Mio. Euro eingeplant) wollte Hilgen beim Richtfest, das ja als Dank an die Handwerker gedacht ist, nicht reden: „Heute wollen wir uns freuen.“

Bau produziert Geschichten

Allerdings ging Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) auf die steigenden Kosten ein. „Wenn man solch ein Haus baut, dann produziert man auch Geschichten. Und diese Geschichten sind nicht brüchefrei.“ Nolda erinnerte an die Schwierigkeiten, die es seit dem Baustart im März 2012 gab: Der Altbau war nicht im erhofften Zustand, zudem überwarf man sich mit den Architekten aus Berlin. Seit Sommer dieses Jahres arbeitet die Stadt deshalb mit dem Kasseler Architektenbüro Sprengwerk zusammen.

Mehr zum Stadtmuseum lesen Sie im Regiowiki

„Wir haben uns wirklich angestrengt, um die Ausgaben auf das notwendige Maß zu begrenzen“, so Axel Jäger, Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung.

Fotos: Richtfest am Stadtmuseum

Richtfest am Stadtmuseum Kassel

Rund eine Million Euro habe man eingespart. Zum Beispiel an der Fassade und am Fußboden. Statt teuren Terrazzo gebe es einen Estrichbelag. Die Nutzfläche nach Umbau- und Anbau beträgt 1920 Quadratmeter.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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