"Droschken helfen nicht"

Stadtverordnete beraten über Verkehrschaos im Bergpark

Kassel. Wie kann man dem Verkehrschaos zu den Wasserspielen rund um den Bergpark Wilhelmshöhe Herr werden? Darüber haben die Stadtverordneten am Montagabend diskutiert. Dabei sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) zu, alle Vorschläge aus den Reihen der Stadtverordneten ernsthaft prüfen zu wollen.

Doch es bleibe ein grundsätzliches Problem: „Der Bergpark hat nicht die nötige Infrastruktur für den Verkehr an Spitzentagen.“

Anlass für die Debatte waren Anträge von FDP und Linken. Beide wurden mit großer Mehrheit der übrigen Fraktionen abgelehnt.

Die FDP forderte eine Erweiterung der kleinen Parkfläche zwischen der Abfahrt zum Herkules und dem Hohen Gras. Von dieser dann neuen großen, gebührenpflichtigen Parkfläche könnten die Besucher mit Bussen oder Droschken zum Bergpark gebracht werden, erläuterte Heinz Gunter Drubel (FDP).

Was ist eine Droschke?

Das Wort Droschke kommt von dem russischen drozki, das laut Brockhaus übersetzt „leichter Wagen“ heißt. Ursprünglich waren damit leichte ein- oder zweispännige russische Pferdefuhrwerke gemeint. Seit Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet die Droschke eine Pferdekutsche, die man mieten konnte. Später wurden auch Taxis als (Kraft-) Droschken bezeichnet. (clm)

Insgesamt vier Vorschläge kamen von den Linken. So sollten zum Beispiel nurso viele Fahrzeuge zu den Wasserspielen durchgelassen werden, wie ausgewiesene Parkplätze frei sind. Außerdem sollte ein ergänzender Busbetrieb eingerichtet werden, der zwischen Straßenbahnendstation Wilhelmshöhe über die Station Druseltal zum Herkules pendeln solle, sagte Linken-Fraktionschef Norbert Domes. Weiter wollen die Linken, dass die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs stärker beworben werden. Außerdem sollten bei Großveranstaltungen Parkscheine auch als Tagestickets im Nahverkehr gelten.

Einzelne Punkte der Vorschläge seien durchaus sympathisch, signalisierten sowohl Stadtbaurat Nolda als auch Christian Knauf (SPD). „Aber Drubels Droschken helfen nicht weiter“, sagte Knauf.

Über die Verkehrssteuerung sei er auch im Gespräch mit der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und damit mit dem Land. Doch das sei „in vielen Punkten unbeweglicher als ich es mir wünsche“, sagte Nolda.

Aus Sicht seiner Fraktion greifen die Vorschläge von FDP und Linken zu kurz, sagte Dominique Kalb (CDU). „Die Anträge helfen ohne ein Gesamtkonzept nicht weiter.“ Das zu erarbeiten, sei Aufgabe des Stadtbaurats. „Wie lange wollen Sie sich damit noch Zeit lassen?“, rief der CDU-Mann Nolda zu. (clm)

Hintergrund: Wer Parkt, erhält Rabatt

Wer zu den Wasserspielen am Bergpark Wilhelmshöhe parkt und dafür fünf Euro Gebühren zahlt, kann diese erstattet bekommen, wenn er anschließend noch ein gastronomisches Angebot nutzt oder ein Museum besucht.

Auf diese neue Aktion macht die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) aufmerksam. Die Parkgebühren werden zu Gutscheinen und können einmalig am Besuchstag eingelöst werden. Fünf Euro Rabatt erhalten Besucher, wenn sie sich ab einem Rechnungsbetrag von 25 Euro für ihren Verzehr in den Herkules-Terrassen oder der Kaskaden-Wirtschaft bewirten lassen.

Alternativ könne der Gutschein in den Museen Herkules, Schloss Wilhelmshöhe, Weißensteinflügel und Löwenburg für zwei Eintrittskarten zum Preis von einer eingelöst werden. Einen Gutschein erhält jeder, der seinen Wagen auf allen Parkplätzen der MHK, am Besucherzentrum Wihelmshöhe sowie am Herkules abstellt. (clm)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.