Entscheidung gefallen: Kassel richtet Hessentag 2013 aus

Kassel. Am Ende war das Ergebnis mehr als deutlich. Eine überwältigende Mehrheit der Stadtverordneten votierte am Montag Abend dafür, dass der Hessentag 2013 in Kassel stattfinden soll. Lediglich die fünf Abgeordneten der Linken waren dagegen.

Auch das Kabinett in Wiesbaden stimmte der Vergabe noch am Abend zu. Damit ist klar, dass Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag bekannt geben wird, dass Kassel das Landesfest vom 14. bis zum 23. Juni 2013 ausrichten wird.

Kurzclip: OB Bertram Hilgen (SPD) stimmte für den Hessentag

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Nach der Absage Vellmars wegen der hohen Kosten hat Kassel auf die Zusage des Landes zur Förderung einer ganzen Reihe von Projekten gedrängt. Unter dem Strich geht es um 5,5 Millionen Euro, die unter anderem für eine Modernisierung der Fußgängerzone und den Neubau einer Brüder-Grimm-Erlebniswelt eingesetzt werden sollen.

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Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) warb gestern Abend noch einmal eindringlich für den Hessentag. Ein Defizit könne man sich nicht leisten. Das werde es in der Gesamtbilanz auch nicht geben. Kassel will ein modernes Landesfest ausrichten. Nach 1970 in Wiesbaden sei es an der Zeit, dass wieder eine Großstadt zum Zuge komme. Hilgen erinnerte an die Grundidee des Hessentages. Der sei seit 1961 ein Fest der Integration. Damals sei es um die Menschen gegangen, die durch den Krieg ihre Heimat verloren haben. Heute habe ein Drittel der Kasseler Stadtbevölkerung eine Einwanderungsgeschichte.

Kurzclip: Norbert Domes (Linke) lehnt den Hessentag in Kassel ab

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Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit biete Kassel mit dem Auestadion, den Messehallen, der Stadthalle und einem guten öffentlichen Nahverkehr die nötige Infrastruktur, um das Fest zu einem Erfolg zu machen.

Vom Kulturbahnhof über die Innenstadt, die Gustav-Mahler-Treppe und die Karlsaue bis zum Stadion soll die Hessentagsstraße verlaufen. Hilgen rechnet mit mindestens einer Million Menschen, die zum Landesfest nach Kassel kommen.

Klares Ja zu Landesfest

Ab sofort beginnen die Vorbereitungen für das zehntägige Landesfest, das vom 14. bis 23. Juni stattfinden wird. Und zwar mit einem Hessentagspaar. Das stellte OB Hilgen am Montag klar. Die Kasseler Repräsentanten werden allerdings keine Tracht tragen. Spätestens im Frühjahr 2012 muss klar sein, wer es macht. Beim Hessentag im Juni in Wetzlar soll das Paar für den Gastgeber ein Jahr später werben.

Mit anderthalb Jahren Vorlauf hat Kassel deutlich weniger Zeit als andere Hessentagsstädte. "Wir werden das schaffen und wollen uns als eine moderne und weltoffene Stadt mit einem großen kulturellen Reichtum präsentieren", sagt Bertram Hilgen.

Stadtjubiläum und Welterbe

Der Hessentag könnte ein Höhepunkt in einem ohnehin spannenden Jahr werden. Die Veranstaltungen zum Stadtjubiläum 1100 Jahre Kassel gehören ebenso dazu wie die erhoffte Anerkennung des Bergparks Wilhelmshöhe mit seinen Wasserspielen als Weltkulturerbe.

Zum Hessentag soll mindestens eine Million Menschen nach Kassel kommen, sagt der Verwaltungschef. Denen müsse und wolle man etwas bieten. Trotzdem werde man darauf achten, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Angesichts der finanziellen Zusagen des Landes für eine ganze Reihe von städtischen Projekten (siehe Hintergrund) gehe Kassel kein unkalkulierbares Risiko ein.

Das sah gestern die große Mehrheit der Stadtverordneten genauso. Das eindeutige Votum für den Hessentag sei ein gutes Signal, sagte Hilgen. Diese Großveranstaltung könne man nur realisieren, wenn es darüber keinen politischen Streit gebe. Danach sieht es zumindest im Moment nicht aus.

Die Finanzspritzen im Überblick

Modernisierung der Oberen und Unteren Königsstraße: 1,53 Millionen Euro.

Ausbau der Remise von Palais Bellevue: 670 000 Euro.

Neubau Brüder-Grimm-Welt auf dem Weinberg: Zwei Millionen Euro.

Radweg zwischen Orangerie und Rondell: 600000 Euro.

Sanierung Stadtmuseum: 700 000 Euro.

Unter dem Strich sind das Fördermittel in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 7,7 Millionen Euro, die das Land als zinsgünstiges Darlehen gewährt: Fünf Millionen Euro für die Modernisierung der Königsstraße, weitere 1,5 Millionen für den Umbau der Tulpenallee, 900 000 Euro für das Palais Bellevue und 300 000 Euro für den Radweg zwischen Orangerie und Rondell.

Von Thomas Siemon

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