Kunden beschweren sich

Kritik an Tarifen: Stadtwerke verkaufen Strom in Kassel teurer als in Gießen

Kassel. Die Stadtwerke verkaufen den Strom in Kassel teurer als etwa in Fulda oder Gießen. Während in der Stadt ein Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden je nach Tarif 1216 oder 1171 Euro kostet, müssen Kunden in Petersberg bei Fulda nur 1138 und in Gießen sogar 1069 Euro zahlen. Das sorgt für Kritik.

Die unterschiedlichen Preise sorgen für Kritik von Kasseler Kunden. „Man könnte annehmen, dass die Kasseler Haushalte den günstigen Preis anderswo subventionieren“, sagt Marcus Klein, der im Stadtteil Jungfernkopf wohnt. Er war 30 Jahre lang Kunde der Stadtwerke und hat in diesem Jahr aus Verärgerung über die unterschiedlichen Preise den Stromlieferanten gewechselt. „Weil ich seitens der Städtischen Werke keine plausible Erklärung erhalten habe“, erklärt Klein.

Die Preise beziehen sich jeweils auf die Tarife "Einfach gut" und "Einfach günstig". Die Werke erklären die Preisunterschiede auf Nachfrage unserer Zeitung mit den unterschiedlichen Netzentgelten. Das sind Gebühren für die Nutzung von Stromleitungen. Diese Entgelte können regional recht verschieden ausfallen, erklärt Werke-Sprecher Ingo Pijanka.

Hinzu komme, dass die Stadtwerke als Grundversorger in Kassel eine absolut sichere Stromversorgung garantieren müssen. Der Strom müsse langfristig beschafft werden, was teurer sei. In Fulda oder Gießen seien die Kasseler Stadtwerke nicht Grundversorger und könnten den Strom für dortige Kunden kurzfristiger beschaffen. Das sei derzeit günstiger, deshalb seien in Mittelhessen aktuell auch die Preise niedriger.

Eine einheitliche Preisgestaltung lehnen die Werke ab. „Warum sollten wir an Orten, an denen wir günstig Energie anbieten können, Energie teuer anbieten?“, fragt Pijanka. Man stehe im Wettbewerb und könne nur dann Kunden gewinnen, „wenn wir ihnen attraktive Angebote machen.“

Von Jörg Steinbach

Rubriklistenbild: © dpa

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