Für Muskelaufbau und Gleichgewichtssinn

Muckibude für Senioren: Im Stiftsheim trainieren alte Menschen

Aufwärmen: Bevor es an die Geräte und das eigentliche Training zur Sturzvorbeugung geht, machen die Teilnehmer der Kraftsportgruppe ein paar gezielte Übungen zum Lockerwerden. Foto: Koch

Kassel. Hanteln, Fußgewichte, Crosstrainer und Sitzfahrrad, es sieht aus wie in einem Fitnessstudio. Die Nutzer, die gleich mit dem Kraftsport loslegen, würde man hier nicht erwarten, auch der Ort ist dafür eher ungewöhnlich: Ein Seniorenheim.

Acht Damen und ein Herr, alle im Alter zwischen 75 und 90 Jahren aus dem betreuten Wohnen des Stiftsheims an der Ahrensbergstraße (Bad Wilhelmshöhe).

Von wegen Seniorengymnastik, stellt die Gruppe fröhlich klar. Die machen die Teilnehmer natürlich auch. Etwa Ferse an die Zehen setzen, also „Gänsefüßchen“ machen, Storchengang, Trippelschritte, rückwärts laufen mit geschlossenen Augen, den Unterschenkel hochwerfen und die Balance halten, auch das klingt alles leichter, als es ist und erfordert volle Konzentration. Und durchaus Kraft.

Und genau darum soll es im neu gestalteten Raum für Kraftsport des Seniorenheims gehen. Im ehemaligen Andachtsraum bauen jetzt Senioren an den Fitnessgeräten, die einem früheren Fitnessstudio abgekauft wurden, mit gezielten Übungen Muskelkraft auf und trainieren den Gleichgewichtssinn, erklärt Astrid Dolle.

Die 58-Jährige leitet die Kraftsportgruppe und weiß genau, wie sie ihre Teilnehmer fordern und begeistern kann. „Es geht um Sturzprophylaxe, dafür sind starke Muskeln und eine gute Balance die beste Vorbeugung“, sagt sie. Weniger Stürze, mehr Sicherheit auf den Beinen, danach streben die Senioren, die mit Ehrgeiz, aber auch viel Freude bei der Sache sind.

Es wird sozusagen hart trainiert, aber auch viel gelacht. Und wenn eine Übung besonders gut gelingt, klatschen die anderen auch schon mal Beifall. Etwa für Karl Berger (88), der sozusagen Hahn im Korb ist.

Beweglich und fit wollen sie bleiben, erklären die sportlichen Senioren, die trotz oder wegen mancher Beschwerden mitmachen. Jeder von ihnen strengt sich an, will jede Übung richtig und bis zum Ende machen. Irmgard Sauer (82) ist ungeduldig, will nicht warten, bis sie dran ist. Sie macht schon mal allein ein paar Lauf- und kleine Springübungen.

Bei den Trainingsgeräten ist das Sitzfahrrad besonders beliebt, das zum Beispiel Ingeborg Müller (75) gern nutzt. „Für mich mit meinen Knieproblemen ist das genau richtig“, sagt sie. Weitere Sitzfahrräder und ein Stepper wären schön, sagt Astrid Dolle.

Und was kann Brunhilde Leski besonders gut? „Ich kann alles ganz gut“, sagt die 83-Jährige spontan.

Kontakt: Tel. 9329-0

Von Sabine Oschmann

 

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