Hohe Mieten in Uninähe

Kasseler Studenten in Wohnungsnot: Apartments sind Mangelware

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Per Anzeige, am schwarzen Brett oder im Internet: Studenten in Kassel sind in Wohnungsnot

Seit Jahren steigen die Mieten in Kassel. Das bekommen auch Studenten zu spüren. Für sie wird es immer schwieriger, günstigen Wohnraum zu finden.

Das Studierendenwerk appelliert deshalb kurz vor Semesterbeginn an private Vermieter, Zimmer und Apartments zur Verfügung zu stellen.

Zum Oktober werden über 5000 Erstsemester an der Universität Kassel erwartet. Insgesamt waren zuletzt 25 300 Studierende an der Hochschule eingeschrieben.

Die Wohnungssituation habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verschärft, sagt Christina Walz, Geschäftsführerin des Studierendenwerks Kassel. „Je näher an der Uni, desto teurer“, fasst sie zusammen.

Mehr Bewerber auf Wohnungen

Den Mangel an bezahlbarem Wohnraum merke man auch an der weiter gestiegenen Nachfrage nach Wohnheimplätzen, berichtet Walz. Für die etwa 350 frei werdenden Plätze zum Semesterwechsel lägen aktuell fast 1200 Bewerbungen vor – 200 mehr als im Vorjahr. Im Wohnheim kostet die durchschnittliche Miete inklusive aller Nebenkosten 240 Euro. Auf dem freien Markt wird teils das Doppelte abgerufen.

Kleine Wohnungen seien Mangelware, bestätigt Siegfried Putz, Sprecher des Immobilienverbands IVD Nordhessen. Weil die Mieten insgesamt gestiegen seien, beschränkten sich die Menschen bei der Wohnfläche. Dadurch steige der Druck im Bereich der Kleinstwohnungen, die schon immer von Studenten gefragt waren, so Putz. In Innenstadt- und Uni-Nähe lägen die Kaltmieten für Ein-Zimmer-Apartments bei 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauten häufig noch höher.

Das Studierendenwerk versucht mit einer Reihe von Aktionen, Unterstützung bei der Wohnungssuche zu bieten. Besonderen Hilfebedarf hätten ausländische Studierende, die besonders kurzfristig Unterkünfte bräuchten und Sprachprobleme hätten, sagt Christina Walz. Im schlimmsten Fall könne die aussichtslose Wohnungssuche zum Studienabbruch führen.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

In Nordstadt 28 Prozent Preisanstieg seit 2014

Die Mieten in Kassel sind nach einer Auswertung des Immobiliendienstleisters Empirica-Systeme für die HNA seit 2014 um 15 Prozent gestiegen. Mittlerer Mietpreis im Stadtgebiet: 7,60 Euro kalt (Stand 2018). Besonders stark fiel der Preisanstieg in der Nordstadt aus (+27,5 Prozent). Im Stadtteil Mitte betrug der Anstieg 20,7 Prozent, im Wesertor 13,8 Prozent. Die höchsten Mieten werden im Schnitt mit 8,56 Euro pro Quadratmeter in Bad Wilhelmshöhe abgerufen.

Lesen Sie dazu: Warum in den Metropolen große Wohnungsnot herrscht

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Kommentare

BolleAntwort
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Ich parke meist in Parkhäusern oder privat. Uninähe kann ich nicht beurteilen.

KrümelAntwort
(0)(0)

Und dann müsste man noch 20 Minuten einen Parkplatz an der Uni suchen :-)
Außerdem haben Studenten ein Semesterticket, so dass die Tram für sie nichts kosten würde und man könnte die Zeit zum Lesen nutzen. Was will man noch mehr?

MastermindAntwort
(1)(0)

Weil das eine mit dem anderen nix zu tun hat. Ein Unternehmen stellt ja auch nicht weniger Leute an, weil es keine Wohnungen gibt.

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