Weniger Lebensmittel

Weniger Lebensmittel: Kasseler Tafel befürchtet Spendeneinbruch

Sammelten Lebensmittel und Geld für die Kasseler Tafel: (von links) Margret Schleifenbaum-Vogel, Hans-Joachim Noll und Luise Reuter. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Die Kasseler Tafel befürchtet einen spürbaren Spendeneinbruch. Im vergangenen Jahr habe die Tafel 65.000 Euro an Spenden von Unternehmen und Privatleuten eingenommen, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Noll.

In diesem Jahr habe man erst 45.000 Euro gespendet bekommen. Mit den Einnahmen müssen Miete, Strom, Wasser, Betriebskosten, Fahrzeuge und Personal finanziert werden. Der Vorsitzende ist allerdings froh darüber, dass die Tafel demnächst auch ein Kühlregal für den Laden gespendet bekommt. Schließlich müssen alle Lebensmittel sachgerecht transportiert und gelagert werden.

Um aber den generellen Spendenrückgang doch noch zu kompensieren, hat sich der 1996 gegründete Verein am Samstag wieder in der Innenstadt präsentiert, Spenden und haltbare Lebensmittel gesammelt. Das macht der Verein mit seinen 120 ehrenamtlichen Mitarbeitern seit Jahren rund um den Martinstag. Die Idee von Sankt Martin, zu teilen, entspreche schließlich der Philosophie der Tafeln.

Mit den Konserven, Süßigkeiten und anderen haltbaren Lebensmitteln sollen die Kunden der Tafel, in Kassel gibt es 1250 Berechtigungskarten - dahinter stehen etwa 3300 Menschen - in der Weihnachtszeit zusätzlich unterstützt werden, sagt Noll.

Insgesamt sei das Spendenaufkommen der Geschäfte nämlich rückläufig, sagt Noll. „Der Überschuss in den Läden geht zurück, weil die Unternehmen ihren Warenbestand mittlerweile genauer analysieren.“ Die Kasseler Tafel sei darüber froh, dass weniger Lebensmittel in den Geschäften verderben würden, allerdings „bleibt auch für uns weniger übrig“, sagt Noll. Zwischen fünf und zehn Tonnen Lebensmittel würden derzeit pro Woche an Bedürftige in der Tafel verteilt.

Wenn Noll sich über die 1330 Euro freuen konnte, die die Ehrenamtlichen am Samstag in der Innenstadt gesammelt haben, so lief die Sammlung von haltbaren Lebensmitteln so gut wie gar nicht. „Wir haben nur vier Konserven bekommen. Das ist enttäuschend“, sagt Noll.

Haltbare Lebensmittel können bis Weihnachten auch direkt bei der Kasseler Tafel, Holländische Straße 141, abgegeben werden. Zudem sucht der Verein immer besonnene ehrenamtliche Fahrer.

Kontakt: Tel. 0561/23003

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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