Tulpenallee wird bis Jahresende gesperrt bleiben

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Tulpenallee wird bis Jahresende gesperrt bleiben

Kassel. Noch immer klafft ein riesiges Erdloch vor dem Schlosshotel, Anlieger schleichen mit ihren Autos über improvisierte Lehmpisten, unablässig fahren Radlader und Muldenkipper Material umher: An der für den Durchgangsverkehr komplett gesperrten Tulpenallee am Bergpark wird kräftig gebaut.

„Auch wenn es hier noch wild aussieht: Wir sind voll im Zeitplan“, sagt Dietrich Junkermann, Projektleiter vom Hessischen Baumanagement. Im Moment spiele das Wetter gut mit. „Wenn das so weitergeht, werden wir den Schlosshotelvorplatz bis Ende des Jahres fertig bekommen – wenn auch ohne Bepflanzung.“

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Aktuell wird die Straße direkt vor dem Schlosscafé (Alte Wache) mit kleinen Basaltsteinen gepflastert. Die Basaltsteine ruhen auf einer wasserdurchlässigen Asphaltschicht und werden mit einem porösen Mörtel miteinander verbunden. Zeltplanen schützen die Straßenbauarbeiter vor Regen.

„Wir wollen keine Zeit verlieren, weil der Mörtel bei Frost nicht mehr zu verarbeiten ist“, sagt Junkermann. Das Loch vor dem Schlosshotel soll sich ebenfalls noch bis zum Jahreswechsel in einen ansehnlichen Platz verwandeln. Planerisch gibt es Änderungen. Statt Tulpenbäume sollen nun Kastanien die inselartige Platzmitte schmücken. Der zunächst geplante Kiosk fällt weg, ebenso die enge Wendeschleife für Reisebusse.

Die Tulpenallee im RegioWiki

Stattdessen wird künftig die Platzmitte wie ein Kreisverkehr umfahrbar sein, „aber nur im Bedarfsfall“, sagt Lena Pralle, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Soll heißen: Reisebus-Touristen sollen am Schlosshotel ein- und aussteigen können. Die Busse fahren dann weiter zum Parkplatz Ochsenallee, um dort zu parken.

„Besucher können dann ihre Fahrt in den Bergpark mit Minibussen fortsetzen“, sagt Pralle. Zwei Haltestellen am Schlosscafé sowie am Ballhaus-Zugang seien eingeplant. Weil künftig mit starken Besucherströmen zu rechnen sei, werde noch in diesem Winter eine neues Verkehrserschließungskonzept für den Bergpark erarbeitet. Mit am Tisch sitzen die KVG, die Stadt und die Museumslandschaft Hessen Kassel. Insgesamt werden an der Tulpenallee mitsamt der Treppenanlage und dem Ausbau der Tram-Endstation am Besucherzentrum etwa drei Millionen Euro verbaut, etwa zwei Millionen übernimmt davon das Land, den Rest stemmen die Stadt und die KVG.

Junkermann kündigt an, dass die Vollsperrung der Tulpenallee wohl noch bis zum Jahresende dauern wird. „Selbst wenn die Pflasterarbeiten in Höhe des Schlosshotels in etwa zwei Wochen fertig sind, muss noch der Fugenmörtel eingebracht werden. Dieser muss dann noch einmal „zwei bis vier Wochen trocknen“, sagt Junkermann. Vorher sei an eine Verkehrsfreigabe nicht zu denken.

Von Boris Naumann

Treppe und Rampe sind fertig

Fehlt nur noch der farbige Asphalt am Besucherzentrum – Der kommt aber erst 2014

Endstation der Tramlinie 1

Die Bauarbeiten an der Tulpenallee rund um das Besucherzentrum und der Endstation der Tramlinie 1 sind weitgehend abgeschlossen. Der bis zu 25 Meter breite Treppenaufgang ist fertiggestellt, ebenso die Rampe links daneben. Sie soll fortan Rollstuhlfahrern den Zugang zum Bergpark ermöglichen. Die Rampe wird künftig die bereits im September verfüllte alte Unterführung zum Bergpark ersetzen. Einziger Wehrmutstropfen: „In diesem Jahr werden wir den farbigen Asphalt rund um das Besucherzentrum aus Witterungsgründen nicht mehr aufbringen können“, sagt Projektleiter Dietrich Junkermann vom Hessischen Baumanagement. Dazu sei trockenes und warmes Wetter notwendig.

Auch lasse sich der Asphalt nicht mit einer Maschine aufbringen, sondern müsse per Hand gegossen und auf der Fläche verteilt werden. „Das nimmt Zeit in Anspruch, die wir angesichts des nahenden Winters nicht mehr haben“, sagt Junkermann. So seien die Straße und Gehwege rund um das Besucherzentrum sowie die Treppeneinfassung zunächst provisorisch mit Asphaltbeton bedeckt worden. Erst im Frühling werde am Besucherzentrum weiter gebaut. Junkermann: „Wir warten lieber einige Monate ab, statt jetzt zu bauen und hinterher schwere Winterschäden in Kauf nehmen zu müssen.“ (bon)

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