Großteil der Mitarbeiter aus Hannover soll nach Kassel verlegt werden

Kasseler Unternehmen K+S baut Stellen in der Verwaltung ab

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Will K+S für die Zukunft fit machen: Vorstandsvorsitzender Dr. Burkhard Lohr.

Kassel/Bethune. Der Kalikonzern K+S verlagert Großteile der Verwaltung seines europäischen Salzgeschäftes nach Kassel. 

Der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S will zehn Prozent seiner weltweit gut 2600 Planstellen in der Verwaltung reduzieren und so 30 Millionen Euro einsparen. Das teilte das MDax-Unternehmen am Mittwoch mit. Dazu verlagert es einen Großteil der Europa-Zentrale seiner Salztochter Esco in Hannover nach Kassel. Das Gros der knapp 100 Beschäftigten der K+S-Tochter soll zur hiesigen Konzernzentrale wechseln.

Das Unternehmen wolle betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden, sagte K+S-Pressesprecher Michael Wudonig. Ob auch am Standort Kassel Stellen in der Verwaltung abgebaut werden sollen, ließ er offen. „Es kann auch in Kassel die ein oder andere Planstelle wegfallen, aber bisher gibt es keine konkreten Pläne.“

Grundsätzlich bedeuteten die Pläne eine Stärkung des Standortes Kassel. „Wir werden dort Vieles konzentrieren.“ Demnach verbleibt in Hannover nur noch das Auftausalzgeschäft mit den Gemeinden. Die anderen drei Kunden-Segmente sowie die Verwaltungsaufgaben sollen in Kassel gebündelt werden.

Der Stellenabbau ist ein Baustein der K+S-Zukunftsstrategie „Shaping 2030“, deren Grundzüge Vorstandschef Burkhard Lohr bereits vor gut einem Jahr vorgestellt hatte. Das Programm sieht die Verschmelzung der beiden bislang eigenständig agierenden Sparten Kali und Salz vor. Der Düngemittelkonzern erhofft sich davon Synergien, die ab 2020 jährlich mindestens 150 Millionen Euro einsparen sollen.

Beim Capital Marktes Day im neuen Kaliwerk Bethune in Kanada stellte Lohr Analysten und Investoren am Mittwoch das Feinkonzept vor. „Wir treten in den nächsten Monaten verstärkt auf die Kostenbremse“, sagte er. So gelte ab sofort ein Einstellungsstopp für vakante Positionen in der Verwaltung weltweit bis zum Ende des Jahres. Zudem setzt K+S auf die Optimierung und Standardisierung von Arbeitsabläufen. Auf diese Weise will der Konzern in der Produktion mehr als 50 Millionen Euro einsparen, in weiteren Bereichen wie Einkauf, Logistik, Marketing und Vertrieb jeweils zweistellige Millionen-Beträge.

Der hohe Schuldenberg – zum 30. Juni des laufenden Jahres betrug die Nettoverschuldung 4,13 Milliarden Euro – und Produktionsausfälle zwingen das Unternehmen zu seinem Sparkurs. Unter anderem steht das Werk Wintershall in Hering seit gut zwei Wochen wegen der anhaltenden Trockenheit still. Der Standort gehört neben den Bergwerken Hattorf bei Philippsthal und Unterbreizbach (Thüringen) zum Verbundbergwerk Werra, dem größten Standort von K+S.

Das Unternehmen peilt 2018 einen Gewinn von 660 bis 740 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) an – die wetterbedingten Produktionsausfälle noch nicht eingerechnet. Die angekündigten Sparmaßnahmen sollen dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

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