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Kasseler Werkstatt für behinderte Menschen plant Neubau für 15 Millionen Euro

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Von: Anna-Laura Weyh

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Hier sieht es bald anders aus: (von links) Werkstattbeschäftigter Michel Levien, der die Deckel von Zuckerdosen vorbereitet, Mike Alband-Nau, Vorstandsvorsitzender der Sozialgruppe Kassel, und LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert in den alten Räumen der Werkstatt.
Hier sieht es bald anders aus: (von links) Werkstattbeschäftigter Michel Levien, der die Deckel von Zuckerdosen vorbereitet, Mike Alband-Nau, Vorstandsvorsitzender der Sozialgruppe Kassel, und LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert in den alten Räumen der Werkstatt. © anna weyh

Das Marktplatz-Konzept dient der Orientierung: Die Kasseler Werkstatt für behinderte Menschen in Bettenhausen plant einen Neubau für 15 Millionen Euro.

Kassel – Am Standort der Kasseler Werkstatt an der Mündener Straße in Bettenhausen soll ein Neubau mit 140 Arbeitsplätzen für behinderte Menschen entstehen. Dieser ersetze das bestehende Werkstattgebäude aus der Nachkriegszeit mit angebauter Halle. Im neuen Gebäude seien außerdem 70 Plätze für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf im Bereich der Tagesförderstätte geplant.

Bislang wurde das Gebäude immer wieder angebaut und modernisiert. Doch nun sei das Haus marode, und das Konzept funktioniere nicht mehr. „Die Anforderungen haben sich geändert. Die Werkstätten befinden sich auf drei Höhenebenen, das ist schwierig für Menschen mit Handicap“, sagt Mike Alband-Nau, Vorstandsvorsitzender der Sozialgruppe Kassel, die Trägerin der Kasseler Werkstatt ist. Das Team habe gemeinsam entwickelt, was das neue Gebäude für die Menschen leisten soll, die dort arbeiten und den Tag verbringen.

„Wir stellen uns eine Art Marktplatz vor. In der Mitte gibt es ein Atrium und drumherum im Kreis angeordnete Gruppenräume“, sagt Alband-Nau. Die Orientierung für die Werkstattbeschäftigten sei somit leichter. „Es besteht keine Gefahr, sich zu verlaufen. Sie kommen immer ans Ziel.“ Die Beschäftigten können tagsüber zwischen den Gruppenräumen wechseln. Dazu zählen die Werkstattbereiche für Montage und Verpackung sowie der Berufsbildungsbereich. Aber auch Büros sowie Ruhe- und Therapieräume seien über den Platz in der Mitte angeschlossen, ebenso die neue Küche mit Mensa und die Pforte.

Außerdem wird ein Pflegebereich entstehen, und alle Sanitäranlagen sollen mit Rollator begehbar sein. Die Sozialgruppe Kassel plant die Umstrukturierung der Werkstatt im laufenden Betrieb, die Einrichtung soll nicht geschlossen werden. „Der erste Neubau soll auf einer Fläche hinter dem aktuell genutzten Gebäude entstehen“, sagt Alband-Nau. Nachdem dieser Bauabschnitt fertiggestellt ist und alle Werkstattbeschäftigten sowie die Bewohner der Tagesförderstätte dort eingezogen sind, kann das Gebäude aus der Nachkriegszeit abgerissen und anschließend neu aufgebaut werden. Die Gesamtbaukosten für die Kasseler Werkstatt sind auf rund 15 Millionen Euro veranschlagt. In fünf Jahren soll der Neubau fertig sein.

Der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) fördert das Projekt mit rund 1,7 Millionen Euro. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration steuert außerdem 1,4 Millionen Euro für den Werkstattbereich und 1,2 Millionen Euro für den Bereich der Tagesförderstätte bei. Die übrigen Kosten finanziere die Sozialgruppe Kassel als Träger zunächst vor. Diese werden über die Abrechnung der Betreuungskosten später überwiegend vom LWV refinanziert, heißt es.

Landesdirektorin Susanne Selbert sagt über das Projekt: „Der Neubau der Kasseler Werkstatt ist zeitgemäß und richtungsweisend. Eine Förderung in dieser Größenordnung ist auch für uns nicht alltäglich.“

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