Gastronomen kritisieren teilweise die geplante Kennzeichnung, da sie zusätzlichen Aufwand fürchten – Aber auch Zustimmung

Kasseler Wirte sind uneins über das Ampel-System

Ute Meister

Kassel. Das Stimmungsbild zur Hygiene-Ampel fällt bei den Kasseler Gastronomen unterschiedlich aus. Aus Sicht einiger der befragten Wirte gibt es vor allem noch erheblichen Klärungsbedarf, insbesondere was den zusätzlichen Verwaltungsaufwand angeht.

Lesen Sie auch:

Zusätzliche Kontrolleure für die Hygiene-Ampel kosten 100.000 Euro

Ute Meister vom Landhaus Meister in der Fuldatalstraße hat sich noch keine feste Meinung gebildet. „Hygiene ist wichtig, und es gibt einige wenige, die es damit nicht so genau nehmen“, sagt sie. Unklar sei ihr noch, wie die Nachsorge für Betriebe aussehe, in denen die Kontrolleure Mängel festgestellt hätten. „Es muss gewährleistet sein, dass ein Gastronom, der eine gelbe Ampel bekommen hat, schnell wieder zu Grün zurückkommen kann. Dafür muss es schnelle Nachkontrollen geben.“ Auch befürchtet Meister, dass die ohnehin schon hohen Auflagen der Kontrolleure weiter steigen.

Ingrid Kozlowski

Ingrid Kozlowski vom Brauhaus Zum Rammelsberg setzt vor allem auf die Verantwortung der Wirte. „Bislang werden wir etwa alle zwei Jahre mal kontrolliert. Das heißt, die Sauberkeit liegt weitestgehend in unserer Eigenverantwortung.“ Wer am Markt bestehen wolle, müsse Qualität abliefern. Auch dadurch, dass es mittlerweile im Internet Foren gebe, in denen sich Gäste austauschen, könne sich ein Restaurant keine Nachlässigkeiten erlauben. Eine Hygiene-Ampel schaffe insofern keine Verbesserung und sei verzichtbar.

Kostas Vick

Kostas Vick vom Düsseldorfer Hof hält auch wenig von der Idee des Bundesverbrauchschutzministeriums. „Viele Wirte sind doch schon jetzt überfordert, wenn es um die ganzen Vorschriften geht“, sagt Vick. Auch glaube er nicht, dass sich einheitliche Kontrollbedingungen schaffen lassen. Vor allem deshalb, weil relativ wenige Lebensmittelkontrolleure eine Großzahl von Betrieben überprüfen müssten. „Es war doch bislang alles in Ordnung. Ich verstehe nicht, warum man es nicht bei den jetzigen Regelungen belässt.“ Schwarze Schafe seien auch so gefunden worden.

Peter Nebeling vom Imbiss Hans Wurst an der Wolfhager Straße sieht der Hygiene-Ampel gelassen entgegen. „Meinetwegen können sich die Kontrolleure alles anschauen und eine Kennzeichnung vergeben.“ Da bei ihm die Zubereitung ohnehin unter den Augen der Kunden laufe, habe Hygiene hohe Priorität.

Claudio Carciola

Claudio Carciola vom Restaurant La Galleria im Atrium Wilhelmshöhe hält eine Hygiene-Ampel für wichtig. Sie sei eine Garantie für den Kunden und sie helfe ihm vor allem dann, wenn er das erste Mal ein bestimmtes Restaurant besuche. „Dann kann er sofort sehen, ob er dort ohne Bedenken essen kann.“ Alles, was der Sicherheit des Verbrauchers diene, sei gut – auch wenn dadurch Mehrkosten entstünden. (bal)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.