Partei hatte Raum angemietet

Kasseler Wirtin wegen AfD bedroht - Polizei ermittelt

Kassel. Eine Kasseler Wirtin, die der AfD einen Raum zur Verfügung stellen wollte, wurde bedroht. 

Eigentlich sollte am Donnerstagabend der Stammtisch der AfD in einem Kasseler Restaurant stattfinden. Manfred Mattis, Sprecher des Kreisverbands Kassel-Stadt der AfD, sagte am Mittwochnachmittag die Veranstaltung kurzfristig wieder ab. Grund: Die Wirtin, mit der er alles vereinbart hatte, habe ein Drohschreiben erhalten. Das bestätigte die Frau auch gegenüber unserer Zeitung.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Bedrohung und Beleidigung gegen Unbekannt, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz auf Anfrage. In welcher Form das Drohschreiben bei der Gastronomin eingegangen sei, darüber werde sich die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen nicht äußern. Laut Mattis ist dies das bereits dritte Lokal in Kassel, „das wir auf diese Art verloren haben“. Auch in zwei anderen Gaststätten, bei denen zuvor der Stammtisch der AfD stattgefunden hat, seien die Wirte durch Anrufe oder Äußerungen von Stammgästen eingeschüchtert worden. Mattis sieht darin einen massiven Eingriff in die Freiheit der Parteien, sich zu treffen.

Manfred Mattis

Im jüngsten Fall habe er mit der Wirtin am Dienstag dieser Woche verabredet, dass am Donnerstag der Stammtisch in ihrem Lokal stattfinden soll. Am Dienstagabend habe er eine E-Mail mit Ort und Uhrzeit für den Stammtisch an Mitglieder und Interessenten der Partei verschickt. Daraufhin erhielt die Gastronomin die Drohung.

Leck im Verteiler

Mattis geht davon aus, dass der Absender der Drohung Kenntnis von dieser E-Mail bekommen hat. „Es muss ein Leck geben.“ Man werde den Verteiler von daher jetzt durchleuchten. Der Sprecher des Kreisverbands weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man ganz bewusst darauf verzichte, den Stammtisch der AfD in der Zeitung anzukündigen. „Damit wollen wir die Wirte schützen.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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