Smartphone-App für Welpenerziehung

Kasseler Wirtschaftsstudenten entwickeln Hundetrainer fürs Handy

Welpenerziehung mit dem Smartphone: Weil Unterricht in der Hundeschule teuer und Fachliteratur oft kompliziert ist, übertragen Elisabeth Bartenstein (von links), Christopher Müller, Benjamin Köhler und Julia Recla die Welpenerziehung auf eine Smartphone-App. Namensgeber ist Julia Reclas französische Bulldogge Gizmo (Bildmitte). Foto: Schaffner

Kassel. Sitz! Platz! Bei Fuß! Hundeerziehung beginnt im Welpenalter. Neben Hundeschule und Fachliteratur können Herrchen und Frauchen ihren Vierbeinern künftig mithilfe ihres Handys etwas beibringen.

Vier Wirtschaftsstudenten der Uni Kassel entwickeln eine Smartphone-App für die Welpenerziehung - und stellen ihre Geschäftsidee Dienstag bei einem internationalen Ideenwettbewerb vor. „Unsere App begleitet Welpen von der Geburt bis zum Junghundalter“, sagt Benjamin Köhler (25), der die Anwendungssoftware mit seinen Kommilitonen Christopher Müller (24), Elisabeth Bartenstein (25) und Julia Recla (23) entwickelt. Bestandteil der App sind neben Tipps und Infos rund um die Hundeerziehung auch Übungseinheiten, wie Welpen beispielsweise stubenrein werden und Kommandos lernen. „Ist eine Lektion geschafft, erhält man Punkte“, sagt Köhler. Geplant sei, dass diese bei Futtermittelherstellern und Tierfachhandlungen eingelöst werden können. Das Handy-Programm erlaube es Nutzern zudem, ein Profil für ihren Hund anzulegen und mit sozialen Netzwerken zu verbinden.

„Wir sehen unsere App als Ergänzung zur Hundeschule“, sagt Julia Recla. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kooperieren die Studenten mit erfahrenen Hundetrainern und renommierten Fachbuchautoren. „Die Verhandlungen, mit wem wir inhaltlich zusammenarbeiten, laufen derzeit“, sagt sie.

Angefangen hat alles im vergangenen Semester: „Wir sollten in einem Seminar eine App für eine Geschäftsidee kreieren“, sagt Julia Recla. Da sie ihren damals erst wenige Wochen alten Hund, eine französische Bulldogge namens Gizmo, gerade erst vom Züchter bekommen hatte, fiel die Wahl nicht schwer. „Durch Gizmo wusste ich, dass Hundeschulen teuer und unflexibel, Bücher kompliziert und zu theoretisch sind“, sagt die Masterstudentin. Deshalb habe sie mit ihren Kommilitonen versucht, die Welpenerziehung auf eine Handy-App zu übertragen.

Weil die Studenten Gefallen an der Geschäftsidee gefunden haben, entwickeln sie die Software weiter. Bis Mitte 2014 soll die App marktreif sein. Da hierzulande jährlich 500 000 Welpen einen neuen Besitzer finden, rechnen sich die Studenten gute Chancen aus, mit dem Handyprogramm Geld zu verdienen. Ob sie selbst ein Unternehmen gründen oder das Konzept verkaufen, sei noch unklar. „Marktpotenzial sehen wir auf jeden Fall“, sagt Köhler.

Das bestätigte kürzlich auch die Jury des Kasseler Ideenwettbewerbs Unikat. Sie zeichnete das Quartett mit dem Sonderpreis des Unternehmerverbands Nordhessen aus. „Das hat uns natürlich nochmal richtig Auftrieb gegeben“, sagt Benjamin Köhler. Morgen gehen die Studenten noch einen Schritt weiter und präsentieren ihr Konzept bei einem Ideenwettbewerb im schottischen Edinburgh.

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften sind aktuell etwa 4.000 Studenten eingeschrieben. Unterteilt in die vier Institute Berufsbildung, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht lehren und forschen am Fachbereich 33 Professoren. (psn)

Von Sebastian Schaffner

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