Jordanier Ahmed A.

Kasseler Zeuge erschien nicht im NSU-Prozess

München/Kassel. Ahmed A. aus Kassel, Zeuge des Mordes an Halit Yozgat, erschien am Dienstag zum wiederholten Mal nicht vor dem Oberlandesgericht in München.

Der damals 16-jährige Ahmed A. saß im hinteren Raum des Internetcafés am Computer, als Halit Yozgat mit zwei Schüssen getötet wurde. Im Jahr 2006 war der in Deutschland geborene Jordanier zunächst - wie andere Zeugen auch - als Beschuldigter vernommen worden. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl drohte am Dienstag mit Zwangsmaßnahmen: „Wir werden Sorge dafür tragen, dass er kommt.“

Aktualisiert um 19 Uhr.

Im Münchner NSU-Prozess ging es am Dienstag ansonsten um die Kleidung und Gegenstände, die die Hauptangeklagte Beate Zschäpe bei ihrer Festnahme bei sich hatte. Vier Tage lang fuhr Zschäpe nach dem Auffliegen des Terror-Trios durch Deutschland, bevor sie sich der Polizei stellte. An ihren Socken fanden Brandermittler Spuren von Benzin - der Anklage zufolge ein Beleg dafür, dass Zschäpe die gemeinsame Wohnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Zwickau in Brand setzte.

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Dem Beamten, der die Sachen sicherstellte und fotografierte, fiel an den Socken aber vor allem etwas anderes auf: „Das hat sehr unangenehm gerochen, das kann man nicht darstellen auf den Bildern. Ich hab das assoziiert, als ob man das länger trägt“, sagte der Beamte.

Zschäpes Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich am 4. November 2011 getötet, um der Festnahme zu entgehen. Laut Anklage zündete Zschäpe daraufhin die Wohnung an.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihr deshalb auch Mordversuch vor; sie soll das Leben dreier Menschen aufs Spiel gesetzt haben. Es ist die einzige Tat, die Zschäpe unmittelbar selbst ausgeführt haben soll. (dpa)

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