Trotzdem weitere Investitionen

Kasseler Martini-Brauerei verliert die Abfüllung von Einbecker

Kassel. Die Einbecker Brauhaus AG will die Abfüllung in der Kasseler Martini-Brauerei zum Jahresende schließen und ins Stammhaus verlagern. Außerdem sollen am Standort Kölnische Straße eine Erlebnisgastronomie entstehen und der hintere Bereich als Wohn- und Geschäftsquartier inklusive Parkhaus entwickelt werden.

Das erklärte Marketing-Leiter Ingo Schrader auf Anfrage der HNA. Während die Einbecker für die Modernisierung des Brauhauses und die Errichtung der Erlebnisgastronomie etwa drei Millionen Euro investieren wollen, ist noch nicht klar, ob sie das Wohnprojekt selbst entwickeln, sich Partner suchen oder den fraglichen Geländeteil verkaufen. „Wir befinden uns noch in der Planungs- und Abstimmungsphase“, sagte Schrader.

Die Martini-Brauerei im Regiowiki

Wie viele der aktuell gut 20 Jobs durch die Aufgabe der Abfüllung wegfallen, ist laut Schrader noch nicht klar. Das hänge auch davon ab, ob einige Beschäftigte in der geplanten Gastronomie, in den Bereichen Außendienst und Service sowie bei den Logistikpartnern untergebracht werden könnten. In jedem Fall werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. „Wir werfen niemanden hinaus“, betonte Schrader.

Unterdessen hat sich die 1378 gegründete Einbecker Brauhaus AG 2013 in einem schwierigen Marktumfeld mit einem weiterhin rückläufigen Pro-Kopf-Bierverbrauch wacker geschlagen. Während die Branche auch infolge des langen und harten Winters ein Absatzminus von 1,7 Prozent erlitt, sank der Bierabsatz der Südniedersachsen um nur ein Prozent um 6557 auf 676 000 Hektoliter (67,6 Mio. Liter). Der Umsatz blieb mit 38,9 Mio. Euro nahezu stabil. Unterm Strich blieb ein Reingewinn von 208 000 Euro – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Bis zum Sommer kommenden Jahres will das Unternehmen 15 Mio. Euro in eine zweite Flaschenabfüllanlage und in die Modernisierung der bestehenden Anlage, in eine neue Fassabfüllanlage sowie in eine zentrale Sortieranlage für Leergut am Firmensitz investieren.

Die Einbecker Brauhaus AG beschäftigt in der Gruppe 172 Mitarbeiter. Mit den indirekt Beschäftigten bei Zulieferern, Dienstleistern und Logistikern, die ausschließlich für die Brauerei tätig sind, sind es etwa doppelt so viele.

Von José Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.