Kasseler Studentin erst im Finale der Castingshow ausgeschieden - Familie fieberte mit

Kasselerin erst im Popstars-Finale ausgeschieden: „Wir sind stolz auf Yonca“

Fuldatal/Kassel. Die Handys liegen bereit: „Alle aufgeladen“, sagt Serpil Cakmak und lächelt. Sie ist die Mutter der Castingshow-Teilnehmerin Yonca. Zu nervös sei sie, um live dabei zu sein.

Dafür sind Yoncas Freund Dominik, Vater Ahmet und Schwester Buket nach Köln gefahren, um die 22-Jährige zu unterstützen. Mit ihrer Tochter hat die 51-Jährige seit Tagen nicht gesprochen, aber ihr Mann halte sie auf dem Laufenden.

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Popstars-Finale: Die Kasselerin Yonca ist raus

Eine Viertel Stunde vor Sendebeginn herrscht reges Treiben im Wohnzimmer der Cakmaks in Ihringshausen: Familie und Freunde haben sich versammelt, Stühle werden aus dem Nachbarzimmer geholt. „Ich habe meine Tochter durch die Sendung besser kennengelernt“, sagt Serpil Cakmak. Sie zeige viel von ihrer Persönlichkeit in Interviews, durch ihren Gesang und wie sie mit Kritik umgeht. Yoncas Mutter knetet immer wieder die Hände, faltet sie wie beim Gebet. „Wir hoffen, dass sie es schafft.“ Die Sendung beginnt, der Lautstärkeregler wird bis zum Anschlag gedrückt. „Jetzt fangen sie an“, ruft Yoncas Tante Suna Öszoy, während Yoncas Mutter gebannt auf den Bildschirm starrt. Als die Kamera durchs Publikum schwenkt, wird es laut. In der ersten Reihe erblickt die blonde Türkin ihren Mann – er trägt ein T-Shirt mit dem Foto seiner Tochter. Die Gruppe lacht, die Anspannung weicht.

Yonca Cakmak

Yonca ist als erste dran. Serpil Cakmak springt auf und winkt: „Mein Schatz“, flüstert sie. Hübsch sieht sie aus, ist sich die Fernsehrunde einig. „Du schaffst das“, rufen alle synchron. Als die 22-Jährige die Bühne betritt, herrscht auf dem schwarzen Ledersofa Totenstille. Dann fängt Yonca an zu singen: „Waka Waka eh oh“ – alle springen auf, tanzen und singen mit. „Yonca Yonca“, ein Schlachtruf wie beim Fußball hallt durchs Wohnzimmer. Und die Popstarskandidatin zwinkert in die Kamera, als hätte sie es gehört.

Starre Gesichter: Yoncas Mutter Serpil Cakmak und ihre Tante Suna Özsoy guckten das Popstarsfinale gemeinsam mit Yoncas Freundinnen Fatma, Narges, Serife, der Cousine Yeliz sowie der Freundin Serafine (alle von links) . Foto: Nicklas

Es folgen die Bewertungen der Jury – tänzerisch gut, Gesang naja. Die Familie buht. Serpil Cakmak greift zu einem Kaugummi und malträtiert es mit ihren Zähnen. Auf dem Bildschirm erscheint der Hinweis, dass die Zuschauer jetzt abstimmen können. Die Gruppe springt auf und tippt energisch die Nummer in ihre Handys. Niemand spricht. Yoncas Mutter hat sich ihre Brille aufgezogen. Insgesamt hat sie 26 Mal angerufen. Um 21.30 Uhr folgt das ernüchternde Ergebnis: Yonca scheidet aus. Fassungslosigkeit im Wohnzimmer der Cakmaks. Auf eine halbe Minute Stille folgt anerkennender Applaus. Die Mutter streckt ihren Daumen in die Luft, sie ruft „Wir sind stolz auf dich, Kleines!“

Fotos: Das "Popstars"-Finale in Bildern

Das "Popstars"-Finale in Bildern

Es wird weitergehen, sind sich alle einig. Und was noch vor einer guten Stunde Hoffnung war, klingt jetzt so: „Das ist besser so“, sagt Fatma Hasanovic. „Sie hätte eh nicht in die Band gepasst“, fügt Narges Sayad-Manesh hinzu. „Wer weiß, was aus LaVive wird“, sagt Yoncas Tante. Das Handy klingelt, Ahmet Cakmak ist dran: Yonca gehe es gut, sie sei nicht allzu traurig, bald komme sie nach Hause. Und dann wird Serpil Cakmak ihre Tochter ganz fest drücken.

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