Ab Juni im Museum zu sehen

Kasselerin gestaltet Ballettschuhe für Kunstprojekt in Spanien

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Bemalte Ballettschuhe: Nicole Herbst gestaltetediese Schuhe von Tänzer Eris Nezha für ein Kunstprojekt in Spanien.

Kassel. Alte Tutus, Ballettschuhe und andere Dinge lässt das Museum "Casa de la Danza" in der spanischen Stadt Logrono von Künstlern neu gestalten. Ab Juni werden dort auch zwei Paar Ballettschuhe zu sehen sein, die die Kasseler Künstlerin Nicole Herbst bemalt hat.

Die Anfrage per Mail klang schon etwas komisch: Haben Sie Interesse, für ein Kunstprojekt eines spanischen Museums getragene Ballettschuhe zu bemalen? Nicole Herbst war skeptisch. Die 29-jährige Kasselerin malt in ihrer Freizeit. Sie verkauft auch Bilder über ihre Homepage oder zeigt sie auf Facebook. Unter anderem auf einer Seite für New Yorker Künstler. Der Direktor des spanischen Museums habe ihre Bilder dort gesehen und sie daraufhin gefragt, sagt Herbst. Die Skepsis wich. Sie sagte zu.

Die Idee des Museums namens „Casa de la Danza“ aus der nordspanischen Stadt Logrono sei, alte Ballettschuhe, Tutus und andere Dinge aus dem Fundus von Künstlern neu gestalten zu lassen. „Aus Alt mach Neu“, sagt Herbst. 20 Künstler seien weltweit angesprochen worden. „Das ist schon eine Ehre“, sagt sie.

Herbst arbeitet hauptberuflich in der Qualitätskontrolle des Solartechnikherstellers SMA. Kunst hat sie nicht studiert. Gemalt aber schon immer, sagt sie. „Ich möchte aber keine Anleitung, wie ich was zu zeichnen habe“, sagt sie. Deshalb sei ein Studium nicht infrage gekommen.

Sie male, was ihr einfalle und was sie inspiriert. Das können alle möglichen Motive sein: Mal gegenständlich und mal abstrakt. Vor zwei Wochen habe sie die Schuhe dann erhalten. Sie stammen laut des spanischen Museums von den Balletttänzern Kristi Capps und Eris Nezha. Capps stammt aus North Carolina und ist am Colorado Ballet (USA) tätig. Nezha kommt aus Albanien und arbeitet laut einer Internetseite gerade am Boston Ballet, ebenfalls in den USA. „Die Schuhe sind bestimmt schon zehn Jahre alt“, sagt Herbst.

Zunächst dehnte sie die Schuhe mit einer Art Spanner. „Die waren total zerknautscht“, sagt Herbst. Dann tauschte sie die Sohle aus. Danach habe sie innerhalb von Wochen die zwei Paar Schuhe bemalt. „Es sollte etwas spanisches Flair zu sehen sein“, sagt Herbst, die vor allem Acryl- und Aquarellfarben verwendete.

Im Juni sollen die Stücke im Museum in Spanien ausgestellt werden. Geplant sei auch eine Versteigerung der Werke, sagt Herbst. Vielleicht, so hofft sie, wird das Interesse an ihrer Kunst durch die Ausstellung größer. „Es wäre schon ein Traum, in der Zukunft von der Kunst zu leben“, sagt sie. Aber womöglich bleibe es bei dem Traum, fügt sie hinzu.

Von Max Holscher

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