Hohe Kosten durch Müllheizkraftwerk

Den Kasselern drohen erneut höhere Müllgebühren

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Müllheizkraftwerk Kassel: "Die durch das Müllheizkraftwerk Kassel verursachten höheren Verbrennungskosten können nicht abgefangen werden."

Kassel. Den Kasselern drohen künftig erneut höhere Müllgebühren. Grund sind erhebliche Mehrkosten durch das Müllheizkraftwerk, die nicht anders angefangen werden können.

Der Vergleich der hessischen Großstädte zeigt: Die Bewohner von Kassel zahlen schon den höchsten Preis für die Entsorgung ihres Abfalls (783 Euro im Schnitt für einen Vier-Personen-Haushalt). Nun droht in der Stadt eine erneute Anhebung der Müllgebühren. Grund dafür geben offenbar deutlich steigende Kosten für die Müllverbrennung. Folge: Schon im nächsten Jahr soll dadurch bei den Stadtreinigern die Rücklage aufgebraucht sein und ein Millionendefizit entstehen.

Dieses Defizit wird sich in den Folgejahren weiter erhöhen, wie aus einem internen Bericht der Stadtreiniger hervorgeht. Befürchtete Mehrkosten für 2017: 2,3 Mio Euro. „Die durch das Müllheizkraftwerk Kassel verursachten höheren Verbrennungskosten können nicht abgefangen werden“, heißt es in dem der HNA vorliegenden Schreiben.

Angesichts der düsteren Prognose der Stadtreiniger schrillen bei Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung bereits die Alarmglocken. So wollten Vertreter von SPD, CDU sowie Freien Wählern und Piraten in der Parlamentssitzung wissen, ob für 2017 und/oder Folgejahre mit einer Erhöhung der Müllgebühren zu rechnen sei. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) wies dies gegenüber allen Anfragern mit diesem einen Satz zurück: „Der Magistrat geht nach seinen bisherigen Erkenntnissen nicht davon aus.“

Die Abfallentsorgung haben Stadtreiniger, Müllheizkraftwerk GmbH und KVV GmbH 2009 vertraglich geregelt. Die Rahmenbedingungen würden aber durch das Mhkw nicht eingehalten, kritisieren die Stadtreiniger mit Blick auf die Mehrkosten. Laut Vertrag betragen für die Jahre 2015 bis 2019 die Mhkw-Entsorgungserlöse, die von den Stadtreinigerin gezahlt werden, maximal 14,3 Millionen Euro. Die Prognose 2017 geht von mehr als 17 Millionen aus. „Die Müllheizkraftwerk GmbH arbeitet daran, diese Diskrepanz zu verringern“, sagt Nolda. 

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