"Nicht an falscher Stelle sparen"

Kassels Brandinspektor fordert mehr Fahrzeuge

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Sie kommen nicht nur, wenn’s brennt: Am Samstagnachmittag gab es einen Fehlalarm im Restaurant Nordsee am Friedrichsplatz. Eine CO2-Anlage hatte versehentlich Gasalarm ausgelöst.

Kassel. Stadtbrandinspektor Jörg Straßer fordert mehr Löschgruppenfahrzeuge für die Feuerwehr Kassel. Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr am Samstag im Rathaus forderte er die Stadt auf, „zum Schutz der Bürger“ nicht an der falschen Stelle zu sparen.

Es komme derzeit vor allem dann zu Engpässen, wenn Fahrzeuge in der Reparatur sein.

Überaltert ist vor allem der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr (227 Mitglieder), die gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr (245 Mitarbeiter) vergangenes Jahr 8547 Einsätze bewältigt hat. Von den insgesamt 20 Fahrzeugen der sieben Freiwilligen Stadtteilfeuerwehren sind sieben über 20 Jahre alt. Aufgrund der Überalterung mussten zuletzt fünf Löschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr ausgemustert werden, weil der TÜV schwere Mängel festgestellt hatte.

Umstrukturierungen

Neben der geforderten Neubeschaffung von Fahrzeugen sind vor allem die Umstrukturierungen innerhalb der Feuerwehr Kassel ein großes Thema. Dafür liefen zuletzt Organisationsuntersuchungen. Inzwischen stehe ein Konzept, sagte der leitende Branddirektor Norbert Schmitz. Mit diesem sollten auch die Freiwilligen Stadtteilfeuerwehren, die er mehrfach lobte, besser eingebunden werden.

Die Freiwillige Feuerwehr fühlte sich durch die Berufsfeuerwehr zuletzt nicht ausreichend bei Einsätzen berücksichtigt (HNA berichtete). In einem nächsten Schritt sollen die Freiwilligen Feuerwehren auf Einsatzgebiete spezialisiert werden. Auch sollen die ehrenamtlichen Kollegen mit Digitalfunk ausgestattet werden.

Die Sanierung der Feuerwache 1 an der Wolfhager Straße, die ursprünglich im vergangenen Herbst abgeschlossen sein sollte, werde bis Sommer fertig sein, sagte Schmitz.

Als Branddirektor Schmitz bei der Jahreshauptversammlung davon sprach, dass das „turbulenteste Jahr“ bei der Feuerwehr hinter ihm liege, hatte dies ganz sicher auch mit dem Streit auf der Amtsleitungsebene der Feuerwehr zu tun. Wie die HNA berichtet hatte, war es zwischen Schmitz und seinem Stellvertreter Andreas Giller zu einem Streit um Kompetenzen gekommen. Der Personalrat der Feuerwehr hatte deshalb im vergangenen Herbst davon gesprochen, dass das Vertrauen in die Amtsleitung „erheblich gelitten“ habe.

Kraftakt Hessentag

Aktuell weist der Personalrat vor allem auf die hohe Arbeitsbelastung der Feuerwehr durch Großveranstaltungen wie den Hessentag oder die 1100-Jahr-Feier der Stadt hin. Bei solchen Zusatzaufgaben sei zukünftig zu prüfen, ob die personellen Ressourcen der Feuerwehr ausreichten.

Aktuell weist der Personalrat vor allem auf die hohe Arbeitsbelastung der Feuerwehr durch Großveranstaltungen wie den Hessentag oder die 1100-Jahr-Feier der Stadt hin. Bei solchen Zusatzaufgaben sei zukünftig zu prüfen, ob die personellen Ressourcen der Feuerwehr ausreichten.

Brandinspektor Straßer kündigte am Samstag an, sich nächstes Jahr erneut für diese Funktion zur Wahl zu stellen. Den Vorsitz des Stadtverbands wolle er wegen der Doppelbelastung aber abgeben.

Von Bastian Ludwig

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