Mehr als 71.000 Bäume in Kataster gelistet

Kassels Grünflächen sind landesweit spitze

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Straßenbegleitgrün: 28 Prozent der Flächen, die die Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamtes pflegen, verlaufen entlang von Straßen, hier Beuys-Bäume an der Holländischen Straße.

Kassel. Wer eine grüne Stadt will, wird in Kassel glücklich. So könnte man das Fazit einer Prüfung von Grünflächen umschreiben, deren Ergebnisse jetzt im Ausschuss für Umwelt und Energie vorgestellt wurden. Im Vergleich zu neun weiteren großen Städten Hessens schneidet Kassel gut ab.

Die Kommunalen Grünflächen in Kassel befinden sich in einem ausgezeichneten Zustand, sind landesweit spitze und Garant für ein sauberes Stadtbild. Das ist das Ergebnis einer Vergleichenden Prüfung Kommunaler Grünflächen von zehn großen hessischen Städten, die jetzt im Ausschuss für Umwelt und Energie vorgestellt wurde.

Jörg Gerhold, der Leiter der Abteilung Grünflächen des Kasseler Umwelt- und Gartenamtes, erläuterte, dass die Mitarbeiter des Amtes insgesamt 1100 so genannte Pflegeobjekte auf insgesamt 817 Hektar Fläche (das entspricht rund 1150 Fußballplätzen) betreuen. Stichprobenartig seien im Auftrag des Hessischen Rechnungshofes im Vorjahr 133 Objekte von unabhängigen Fachleuten unter die Lupe genommen worden. Nicht berücksichtigt wurden die Grünflächen von Hessenforst und der Museumslandschaft Hessen Kassek (MHK).

Kriterien der Prüfung waren unter anderem: Eignung der Grünflächen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen; Vorhandensein blühender Pflanzen; Zugänglichkeit und Öffentlichkeit; Aufenthaltsqualität, Erholungs- und Freizeitraum; Denkmalschutz, Luftreinhaltung, Kaltluftproduktion und - transport.

Neben dem „sehr guten Pflegezustand“ bescheinigt der Prüfbericht dem Umwelt- und Gartenamt ein „modernes Grünflächenmanagement und Zusammenspiel von Planung und Pflege“ sowie „effektive Pflegeleistung und ein sauberes Stadtbild“.

Bei der Effektivität liegt Kassel souverän an der Spitze der zehn Städte. Während jeder Mitarbeiter des Kasseler Amtes im Jahr acht Hektar Grünfläche pflegt, liegt der Anteil in Hanau und Fulda lediglich bei 3,5 Hektar pro Mitarbeiter. Das gute Ergebnis resultiert laut Gerhold daraus, dass inzwischen 80 Prozent aller Pflegeobjekte in einem digitalen Kataster aufgelistet worden seien, unter anderem 71.391 Bäume. Dank des digitalen Informationssystems seien ein automatischer Pflege-Rhythmus und kurze Wege garantiert.

Auch bei den Aufwendungen nimmt Kassel den Spitzenplatz ein. Das hiesige Umwelt- und Gartenamt gibt im Schnitt 1,05 Euro für die Pflege eines Quadratmeters Grünfläche aus. Am zweitbesten schneidet hier Gießen mit 1,25 Euro pro Quadratmeter ab, während Frankfurt (2,68 Euro) und Offenbach (2,65 Euro) am Ende stehen.

Den Pflegezustand in Kassel bewerteten die Prüfer in Kassel zu 84 Prozent positiv. Hier ist nur Hanau mit 86 Prozent besser, während es Darmstadt lediglich 61 Prozent sind.

Ein weiteres Kriterium, bei dem Kassel den Spitzenplatz einnimmt: Der Anteil der Grünflächen an der Gesamtfläche liegt bei 7,7 Prozent. Dicht dahinter folgt Frankfurt mit 7,4 Prozent, während Marburg nur auf 2,4 Prozent kommt.

Baudezernent Christof Nolda zeigte sich erfreut, dass es dem Umwelt- und Gartenamt gelinge, mit relativ geringen Mitteln eine hohe Effizienz und Qualität zu erzielen. Dies sei nicht zuletzt auch „einer gewissen Sturheit“ gegenüber Forderungen aus Ortsbeiräten und Parteien zu verdanken.

Von Burghard Holz

Hintergrund: Das sind die zehn geprüften Städte

Die „Vergleichende Prüfung Kommunaler Grünflächen“ findet unter der Regie des Hessischen Rechnungshofes statt. Mit der Prüfung wurde ein Fachbüro beauftragt, das die Grünflächen von zehn großen Städten des Landes unter die Lupe nahm:

• Frankfurt (693 000 Einwohner),

• Kassel (193 000),

• Darmstad (148 000),

• Offenbach (118 000),

• Hanau (89 000),

• Gießen (77 000).

• Marburg (72 000),

• Fulda (65 000),

• Rüsselsheim (61 000),

• Wetzlar (51 000).

In Kassel wurden insgesamt 133 von 1100 so genannten Pflegeobjekten begutachtet und bewertet. Unter anderem 62 Grün- und Parkflächen, 19 Spiel- und Sportplätze und 36 Straßenzüge. (bho)

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