Christian Geselle bei Awo-Feier

Hilferuf des Kämmerers: Wohnungsbau in Flüchtlingskrise vorantreiben

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Symbolbild

Kassel. Die Stadt kann den Flüchtlingsansturm schaffen, aber nur, wenn Land und Bund Kassel dabei stärker unter die Arme greifen. Das sagte Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) bei der Jubilar-Feier des Kreisverbands Kassel-Stadt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Wochenende im Hermann-Schafft-Haus.

Er warnte vor einer „sozialen Schieflage“ in der Stadt. Wenn man wegen des Flüchtlingsproblems die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung vernachlässige, würden rechtsradikale Kräfte gestärkt. „Das liefert den Rattenfängern Argumente“, erklärte Geselle.

Die Stadt schieße allein für die Krankheitskosten von Flüchtlingen mehr als 100 000 Euro pro Jahr zu. Auf der anderen Seite hätten sich beispielsweise in den vergangenen Jahren die Ausgaben der Hilfen zur Pflege von Bedürftigen von vier auf acht Millionen Euro verdoppelt.

Hinzu komme der Druck auf dem Wohnungsmarkt, der auch durch eine zunehmende Landflucht verursacht werde. Geselle forderte eine Wohnungsbau- und Bauland-Offensive, die allen zugutekommen müsse. Auch jungen Familien, die sich in Kassel niederlassen wollen. Mittelfristig werde sich die stadteigene Wohnungsgesellschaft GWG dafür engagieren.

Projekt für Flüchtlinge

Die Awo-Vorsitzende Barbara Wiegand äußerte sich bezüglich der Flüchtlinge ähnlich wie Geselle. „Wir müssen achtgeben, dass wir niemanden allein lassen“, sagte sie. Sie kritisierte unter anderem, die Bundesregierung habe zu spät auf den Flüchtlingsansturm reagiert. Nun dürfe man sich von dieser Welle „keine Angst machen lassen“. Der Awo-Bezirksverband starte in Kürze ein Wohngruppen-Projekt für junge Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.

Während der Feier wurden zahlreiche Mitglieder für langjährige Treue geehrt. Ulrike Janowski erhielt für 50-jährige Mitgliedschaft das silberne Abzeichen. Die Awo habe ihr in einer familiären Notlage sehr geholfen, sagte sie.

40 Jahre dabei sind Michael Bier, Gerhard Reinecke, Hannelore Limmeroth, Rolf Wekeck, Ellen Wündisch und Awo-Bezirkschef Fred Gieseler. Annemarie Beckmann, Gudrun und Martin Ebel, Heidi Reimann und Helga Wurbs würden für 35 Jahre, Anni Finger und Thomas Ewald für 30 Jahre sowie Irmgard Böhme, Renate Reinecke, Wolfgang Hierling, Werner Kurth, Margret Lachmann und Margret Persch für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

 

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