40 Prozent des Restmülls sind Bioabfälle - Ideen für Nutzung gesucht

Zu wenig Mülltrennung: In Kassels Abfall landen viele Wertstoffe

Kassel. In Kassels Restmülltonnen schlummern ungehobene Ressourcen: Etwa 40 Prozent der 38 600 Tonnen, die jedes Jahr in den schwarzen Behältern landen, sind Bioabfälle.

Aber auch andere Wertstoffe wie Verpackungen, Glas und Papier sind dort zu finden. Im Zuge des Abfallkonzeptes 2013 denken Stadt und Stadtreiniger darüber nach, wie sie den Müll noch besser wiederverwerten können.

Hintergrund der Überlegungen ist das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das im Kern eine stärkere Wiederverwertung zum Ziel hat. Der Fokus richtet sich dabei in Kassel auf den Bio- und Kunststoffabfall, von dem noch ein guter Teil nicht im Biomüll beziehungsweise dem gelben Sack landet, sondern als Restmüll im Kasseler Müllheizkraftwerk verbrannt wird.

„Wir beobachten den Markt und überlegen, wo eine weitere Getrenntsammlung Sinn ergibt“, sagt Birgit Knebel, Pressesprecherin der Stadtreiniger. Der Aufwand der Sammlung müsse aber in sinnvoller Relation zu den Erlösen stehen, die für die Wertstoffe am Markt erzielt werden könnten. Die Preise hätten zuletzt stark geschwankt.

Eine Idee ist die Einführung einer neuen Wertstofftonne, die den gelben Sack ersetzen würde. Zudem wird überlegt, wie noch mehr organische Abfälle genutzt werden können. Dazu könnte etwa die Gebühr für Biomülltonnen gesenkt werden. Im Landkreis Kassel, wo keine Extra-Gebühr erhoben wird, sind 85 Prozent der Haushalte mit solchen Tonnen versorgt. Dort gibt es keine Bestrebungen, den Müll stärker von den Haushalten sortieren zu lassen. Stattdessen wird der Restmüll nach der Abholung sortiert und zu 75 Prozent zu Brennstoff verarbeitet.

Sollte in Kassel ab dem Jahr 2013 noch stärker getrennt gesammelt werden, könnte im Müllheizkraftwerk der Brennstoff knapp werden. Damit dessen Betrieb rentabel ist, muss ständig genug Restmüll vorhanden sein.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © dpa

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