Stabwechsel im Rathaus - Hilgen bekam Orden

Kassels neuer OB Geselle schwört den Amtseid

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Unser Foto zeigt (von links) Hilgen, Geselle und Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich bei der Vereidigung. 

Kassel. Christian Geselle ist am Montag in sein Amt als neuer Oberbürgermeister der Stadt Kassel eingeführt worden.

Der 41-Jährige schwor vor rund 500 Besuchern im Kongress Palais den Amtseid und fügte den Satz „So wahr mir Gott helfe“ hinzu. Vorgänger Bertram Hilgen überreichte Geselle die Ernennungsurkunde und die goldene Amtskette. 

Hilgen wurde nicht nur mit vielen Lobes- und Dankesworten verabschiedet, sondern erhielt auch noch eine besondere Ehrung. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer zeichnete ihn mit dem Hessischen Verdienstorden aus.

Eindrücke und Auffälligkeiten einer feierlichen Veranstaltung

  • Christian Geselle erhielt um kurz vor halb fünf seine Urkunde – überreicht von seinem Vorgänger Bertram Hilgen. Neben ihm auf der Bühne stand zudem noch Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich, schließlich handelte es sich offiziell um eine Stadtverordnetenversammlung. Geselle leistete fortan seinen Amtseid – mit dem Zusatz: „So wahr mir Gott helfe.“
  • Geselle hielt gleich zwei Reden: eine als neuer Oberbürgermeister. Hier führte er seine Vorstellungen vom besten Zuhause an, das er in den sechs Jahren weiterentwickeln möchte. „Ein Haus wird gebaut, das beste Zuhause wird geformt“, zitierte er ein indisches Sprichwort. In seiner zweiten Rede wirkte Geselle wesentlich lockerer, er würdigte Bertram Hilgen. Neben all den Verdiensten nannte Geselle aber auch ein kleines Laster Hilgens. Der Disziplinfanatiker sei nämlich „eingefleischter Fan von Süßigkeiten“; er esse immer fleißig Bertram-Hilgen-Kekse – die mit Marmelade. Offensichtlich scheint Geselle hier von seinem Vorgänger gelernt zu haben. Auch in seinem Amtszimmer sind nämlich stets genügend Süßigkeiten in einem großen Glas.
  • Bertram Hilgen bekam nicht nur seine Ruhestandsurkunde, sondern auch jede Menge Anerkennung und natürlich Geschenke. Geselle und die Kollegen aus dem Magistrat zum Beispiel überreichten dem Uhrenliebhaber einen Gutschein für einen Uhrenworkshop – jetzt hat der 63-Jährige ja schließlich Zeit. Zudem gab es seinen gesamten Terminkalender der vergangenen zwölf Jahre in gebundener Fassung. Das wird eine spannende Lektüre sein.
  • Wie sehr Hilgen bei den Mitarbeitern im Rathaus geschätzt wird, machte Personalratsvorsitzende Fazilet Karakas-Blutte mit einer Geste der jüngsten Vergangenheit deutlich. Bei Hilgens letztem Besuch einer Personalversammlung erhoben sich die Beschäftigten; sie spendeten stehend und lang anhaltend Applaus. Ein Foto von dieser Szene gab es als Abschiedsgeschenk – neben einem Wanderstock mit Kompass. Auf dass Hilgen nach seinen Wanderungen immer wieder nach Kassel zurückkehren möge.
  • Neben zahlreichen Ehrengästen waren auch viele Familienmitglieder der beiden Hauptdarsteller zum Stabwechsel in das Kongress Palais gekommen. Alle Generationen waren vertreten. So verfolgten auch Mutter Else (96) und Bruder Manfred die Verabschiedung von Bertram Hilgen. Christian Geselle hatte seine Eltern und seine beiden Kinder Emma und Paul bei seiner Amtseinführung dabei.
  • Es gab viele Reden – eine war besonders lustig. Nämlich die des Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Uli Maly, der als Vizepräsident des Deutschen Städtetages da war. Er befand, dass die Kasseler Oberbürgermeister ihre Kraft aus folgendem Satz ziehen: „Nicht schön, aber alles meins. Und woanders ist auch scheiße.“ Das meinte der Mann, der sich mit Nürnberg wie Kassel als Europäische Kulturhauptstadt bewirbt, natürlich ironisch.
  • Bertram Hilgen machte zum Schluss deutlich, dass er fortan ausschließlich Privatier sein will: „Ab heute 24 Uhr werde ich Kommunalpolitik nicht mehr lesen, nicht mehr schreiben und nicht mehr buchstabieren.“

Amtseinführung von Kassels neuem OB Christian Geselle

Was der neue Oberbürgermeister über die Zukunft Kassels sagt und wie sein Fahrplan für die nächsten sechs Jahre aussieht, lesen Sie in unserem Interview mit Christian Geselle.

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