Anders als bei der GNH

Kassels OB Geselle will Vertragsverlängerung für KVV-Chef Maxelon

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Der Aufsichtsratschef und der Geschäftsführer der KVV: Oberbürgermeister Christian Geselle (links) will Dr. Michael Maxelon als Vorstand halten. Unser Foto entstand im Sommer 2018 bei einer Tram-Fahrt nach Umbau der Königsstraße.

An der Spitze der Kasseler Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (KVV) soll es nach dem Willen von OB Christian Geselle (SPD) anders laufen als bei der Gesundheit Nordhessen Holding.

Während GNH-Chef Karsten Honsel zum 31. Mai ausscheiden musste, spricht sich Kassels OB vorzeitig dafür aus, den Vertrag mit KVV-Chef Dr. Michael Maxelon zu verlängern.

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt gebe er gegenüber dem KVV-Aufsichtsrat die Empfehlung ab, an der Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer und Vorstand Maxelon festzuhalten, betonte Geselle jetzt als Vorsitzender des Aufsichtsrats. Damit gab der OB für die erst Ende des Jahres anstehende Personalie die Richtung vor. Er will, dass Maxelon bleibt.

Der Empfohlene

OB Geselle lobte den von Maxelon eingeschlagenen Weg zum Umbau des Stadtkonzerns, sieht die KVV unter dessen Führung auch in Sachen Umwelt- und Klimaschutz gut aufgestellt. Maxelon hat seinen Posten in Kassel zum 1. Januar 2016 angetreten. Nach Unternehmensangaben werden die Vorstände für fünf Jahre gewählt, Maxelons Vertrag läuft demnach Ende 2020 aus. Mindestens ein Jahr zuvor muss der 21-köpfige Aufsichtsrat über die Frage der Vertragsverlängerung beschließen, im Falle Maxelon also Ende 2019.

Der Rückkehrer

Als Maxelon im Frühjahr 2015 zum KVV-Geschäftsführer und damit zum Nachfolger des in Ruhestand gehenden Andreas Helbig gewählt wurde, bedeutete das für den damals 45-Jährigen die Rückkehr in seine Heimatstadt Kassel. Der promovierte Physiker, der auch Wirtschaftswissenschaften studiert hat, war zuvor Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart gewesen (seit 2012). Davor war Maxelon bei den Stadtwerken Krefeld sowie bei der internationalen Managementberatung A.T. Kearney in Frankfurt beschäftigt.

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Der Konzernchef

Die Kasseler Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (KVV) ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Kassel und stellt die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme sicher. Der Stadtkonzern zählt insgesamt knapp 1900 Mitarbeiter und neun Beteiligungen unter seinem Dach – unter anderem Städtische Werke und KVG. So betreibt die KVV auch die städtischen Bäder und den öffentlichen Nahverkehr, sorgt für die Straßenbeleuchtung, die Müllbeseitigung und die Abfallverwertung im Müllheizkraftwerk. Der Konzernumsatz lag im Jahr 2017 bei 506,7 Millionen Euro.

Der Neuausrichter

Maxelon hat als Geschäftsführer die Neuausrichtung der KVV und der Beteiligungen auf den Weg gebracht. Wohin die Reise gehen soll, hat er Anfang des Jahres unserer Zeitung so geschildert: Demnach muss der Stadtkonzern bis 2030 gut eine Milliarde Euro investieren, um weiter seine Rolle als Dienstleister für die Kasseler Bürger wahrnehmen zu können. Um diesen Betrag zu stemmen, müssten Personal- und Sachkosten gesenkt sowie Dienstleistungen verbessert werden. Bereits 2017 war ein Personalabbau von bis zu 350 Stellen angekündigt worden. Maxelon geht von 250 Stellen aus, die bis 2023 gestrichen werden. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aus.

Der Topverdiener

Im Konzern der Stadt Kassel zählt der 49-jährige KVV-Geschäftsführer zu den Topverdienern. Nach Angaben der Stadt erhält Maxelon jährlich ein Grundgehalt von 320.000 Euro, Tantieme von 50.000 Euro sowie weitere Leistungen in Höhe von über 25.000 Euro.

Zu Letzterem gehöre etwa der Dienstwagen sowie die Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung, Pflegeversicherung sowie Renten- und Arbeitslosenversicherung in Höhe des gesetzlichen Arbeitgeberanteils, wie er bei entsprechender Versicherungspflicht bestünde.

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