Oberbürgermeister Geselle legt Haushalt für 2018 vor

Dicke Überraschung: Großer Kreisel in Kassel bleibt

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Der Platz der Deutschen Einheit aus der Luft: Der Kreisel soll saniert, aber nicht zu einer konventionellen Kreuzung umgebaut werden.

Kassel. „Eigentlich müsste ich heute Sekt ausgeben“, sagte Christian Geselle (SPD) mit Blick auf den aktuellen Haushaltsplan.

Kassel habe sich hervorragend entwickelt, bei den Gewerbesteuereinnahmen längst Offenbach überholt und sei nicht mehr weit von Darmstadt entfernt. Trotzdem wolle man mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Denn insbesondere bei Schulen, Kitas und im Straßenbau seien eigentlich noch wesentlich größere Investitionen nötig, als dies derzeit zu finanzieren sei. Mehr Geld müsse man auch für Personal einplanen.

Bei den deshalb vorgesehenen Einsparungen verkündete der Oberbürgermeister und Kämmerer am Montag eine dicke Überraschung. „Der Platz der Deutschen Einheit wird nicht zu einer Kreuzung umgebaut“, sagte er. Im Haushalt seien dafür keine Mittel vorgesehen. Der vorhandene Kreisverkehr solle lediglich ertüchtigt werden. 

Haushalt der Stadt Kassel. Für eine größere Ansicht bitte oben rechts auf "Bilderzoom" klicken.

Damit sind die teils spektakulären Planungen für einen der größten Verkehrsknoten der Stadt laut Geselle vom Tisch. Eine große Lösung mit einem Brückenschlag war wegen zu hoher Kosten bereits früher gestrichen worden. Jetzt soll aus dem Kreisel auch keine herkömmliche Kreuzung werden. Das werde mehrere Millionen Euro billiger als der Umbau, sagte Geselle, ohne genaue Zahlen zu nennen. Die gibt es für andere Bereiche:

  • Straßenbau: 13 Millionen Euro stehen für Straßen- und Tiefbau zur Verfügung. 1,4 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, den Kreuzungsbereich Druseltalstraße/Eugen-Richter-Straße leistungsfähiger zu machen. Größere Bauprojekte sind die Königsstraße und die Wolfhager Straße. Für neue Radwege gibt es 250.000 Euro.
  • Schulen: 760.000 Euro sollen unter anderem für das Goethegymnasium und die Martin-Luther-King-Straße eingesetzt werden. Für die bessere Ausstattung der Schulen mit Computern und funktionalen Verbesserungen stehen etwa 3,7 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Kinder und Jugend: Insgesamt sollen in den nächsten Jahren gut 500 neue Kita-Plätze geschaffen werden. 1,2 Millionen Euro sind für den Neubau und den Ausbau von Kitas vorgesehen. Zudem gibt es Geld für Kinderspielplätze, einen neuen Bolzplatz und das Haus der Jugend. 
  • Sport: Der dickste Brocken ist der Neubau einer Dreifelder-Sporthalle am Auepark (2,5 Millionen Euro). 900.000 Euro gibt es für die vorhandene Halle und 370.000 Euro für einen Kunstrasenplatz.
  • Kultur und Tourismus: Die ersten 1,6 Millionen Euro für den Neubau eines documenta-Instituts (Baukosten 24 Mio. Euro) stehen im Haushalt. Weitere Punkte sind das Kulturzentrum Schlachthof (620.000 Euro), das Staatstheater (440.000 Euro) und der Campingplatz Giesenallee (750.000 Euro).

Der Platz der Deutschen Einheit wird wohl auch nicht weiter Gegenstand einer Umbenennungs-Debatte sein. Im Ortsbeirat Unterneustadt, auf dessen Gebiet der Verkehrsknoten liegt, rückte die CDU jetzt von ihrem Vorstoß ab, den Platz nach dem kürzlich verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl zu benennen.

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