Kassels Parkhäuser werden heller dank LED-Lampen

Kassel. Der ADAC-Test im vergangenen Dezember brachte es ans Licht: Testsieger unter den Kasseler Parkhäusern ist die Tiefgarage Friedrichsplatz/Königsgalerie.

Ein Grund war die verbesserte Beleuchtung mit LED (Lichtemittierende Dioden). Die speziellen Leuchten stammen aus der Produktion eines Kasseler Betriebes, der sich auf diese Art der Beleuchtung spezialisiert hat: der Firma Elkom.

1000 ihrer LED-Einheiten namens „Lufolight“ (Preis pro Stück: 120 Euro) sorgen in der Tiefgarage für besseres Licht. Die Leuchten der höchsten Energieeffizienzklasse vermindern den Ausstoß von Kohlendioxid und sparen daneben auch noch Energie und Geld. „Ein Vorteil ist, dass sie länger als Glühbirnen und Leuchtstoffröhren halten“, sagt Bernd Nagel. Der Diplomingenieur ist Geschäftsführer des in Kassel-Waldau ansässigen Familienbetriebes, den er 1997 gegründet hat. 35 Angestellte beschäftigt Nagel, der 1952 in Kassel geboren wurde.

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Die LEDs hielten 50.000 Stunden im Dauerbetrieb, sagt er. Das entspreche ungefähr sieben Jahren. Glühbirnen hätten eine Lebensdauer von 1000 Stunden, Energiesparlampen 4000 und Neonröhren bis zu 20.000 Stunden.

Die Idee zur „Lufolight“ entstand vor drei Jahren. Mit dem EU-Verbot der Glühbirne suchte Nagel nach Möglichkeiten, ein Produkt mit der Dioden-Technik zu entwickeln. Kurz gesagt, es wird nicht eine Birne in ein Gewinde geschraubt, sondern Elektronik, Gehäuse und Leuchte sind eins. „Das gab es auf dem Markt so noch nicht“, erklärt der Geschäftsführer, dessen Firma bis dahin vor allem als Elektronik-Zulieferer im Militärbereich produziert hat.

Seit der EU-Richtlinie ist der Lampen- und Beleuchtungsmarkt im Umbruch: Bisher würden 65 Milliarden Euro pro Jahr mit der Glühbirne weltweit umgesetzt, sagt Nagels Berater, Peter Emhardt. Bis 2020 werde der Umsatz mit LED von neun Milliarden auf 37 Milliarden wachsen. „Energiesparlampen waren nur ein Zwitterprodukt, weil die LED-Technik noch nicht so weit war“, sagt Nagel. Inzwischen hängen die Leuchten auch in den Parkhäusern an der Martinskirche und der Kurfürstengalerie. Auch das Möbelhaus Schaumann hat er mit der Technik ausgestattet. Die Technik spricht sich herum. „Wir haben einen Kunden aus der Schweiz“, sagt Nagel. Sein Produkt, das sein 32-jähriger Sohn Dennis mitentworfen hat, sei vor allem für Gebäude geeignet, wo dauerhaft das Licht brenne.

Im Vorjahr verkaufte die Firma 4000 Stück. „Nahziel sind 30.000“, sagt der Geschäftsführer. Schon jetzt hat er 1000 Quadratmeter für Produktion und Vertrieb angebaut und vier neue Mitarbeiter eingestellt. „Erreichen wir unser Ziel, stellen wir noch 15 bis 20 Personen ein.“ Ist das Licht nicht zu kalt? „Das höre ich oft“, sagt Nagel. Es stamme aus den Anfangszeiten der Technik. „Jetzt gibt es auch warme Farbaspekte, die sich auch für Zuhause eignen.“

Von Max Holscher

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