Persönliche Gründe

Kassels Parlamentschefin Petra Friedrich legt Mandat nieder

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Die Frau am Mikro: Petra Friedrich, seit acht Jahren Vorsitzende der Kasseler Stadtverordnetenversammlung, legt ihr Mandat zum Ende des Jahres nieder. 

Aus privaten Gründen scheidet Petra Friedrich (SPD) zum Jahresende aus der Stadtverordnetenversammlung aus - nach rund acht Jahren als Vorsteherin.   

Überraschend hat die Kasseler Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich am Montag ihren Rücktritt erklärt. Aus privaten und aus persönlichen Gründen werde sie ihr Stadtverordnetenmandat zum 31. Dezember 2018 niederlegen, kündigte sie gegenüber unserer Zeitung an. Für die Sozialdemokratin endet damit auch das Amt als Parlamentschefin, das sie seit dem Jahr 2011 ausübt.

Über ihre Entscheidung hat Friedrich am Nachmittag ihre Partei, die Fraktion, den Ältestenrat und Oberbürgermeister Geselle informiert. „Mein Motto war immer ganz oder gar nicht“, sagte die 60-Jährige. Konsequenterweise tritt sie mit dem Abschied aus der Stadtverordnetenversammlung auch als stellvertretende SPD-Vorsitzende zurück.

Mit großem Engagement und voller Überzeugung habe sie in Kassel 13 Jahre lang kommunalpolitische Tätigkeiten wahrgenommen, berichtete Friedrich, die hauptberuflich beim Landeswohlfahrtsverband (LWV) tätig ist. In der Öffentlichkeit zu stehen, das heiße auch, viel Energie und Lebenskraft einzusetzen. Die Aufgaben der Vorsteherin und die Repräsentation der Stadt nehme viele Stunden in der Woche in Anspruch. „Zugunsten des Ehrenamts habe ich private Anliegen des Öfteren zurückgestellt.“

Aktuell werde es aber zunehmend schwerer, zwischen familiären Verpflichtungen und der Terminerfüllung im Ehrenamt abzuwägen. Ihre mit einer Behinderung zur Welt gekommene Tochter und ihre in Bebra-Weiterrode lebenden Eltern benötigten verstärkt ihre Unterstützung. Friedrich: „Ehrenamt soll Freude machen. Mir nimmt es momentan leider jegliche Flexibilität. Meine künftigen Schwerpunkte lassen sich mit diesem anspruchsvollen Ehrenamt nicht in Einklang bringen.“

Nachfolge unklar

Wer in der Nachfolge den Parlamentsvorsitz in Kassel übernehmen wird, ist noch unklar. Friedrichs Stellvertreter in der aktuellen Legislaturperiode sind Volker Zeidler (SPD), Jutta Schwalm (CDU), Jürgen Blutte (Grüne) und Andreas Ernst (fraktionslos). „Mit diesem Schritt mache ich ganz bewusst den Weg frei für Jemanden, der sich mit vollem Elan dieser Aufgabe widmen kann“, sagte Friedrich. Davon ab: Die Wahl ihres Nachfolgers ist auch eine Frage von Mehrheiten. 

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