Müll, Schnee und Silvester: Für Stadtreiniger kommt es knüppeldick

Kassel. Zu beneiden sind Andreas Mai und seine Kollegen nicht. Auf manchen Straßen und Wegen türmen sich die Schneeberge, und dort müssen die Müllfahrer der Stadtreiniger Tonnen von den Grundstücken zu ihren Autos schieben. Etwa eineinhalb Stunden länger dauern die Touren derzeit, sagt Mai.

Am Abend spüren er und seine Kollegen, wie viele Kilo sie im Laufe eines Arbeitstages durch den Schnee geschoben haben. Besonders die großen 1100-Liter-Behälter haben es in sich. Je nach Füllstand brächten die schon mal 250 Kilogramm auf die Waage, die dann von drei Männern zum Auto bewegt werden müssen, berichtet Mai. Um sich zu erholen, schmiere er sich abends zum Beispiel mit Latschenkiefer ein.

Überall kommen die Stadtreiniger dieser Tage nicht durch. Deswegen könne es bei der Müllabfuhr zu einzelnen Ausfällen kommen, sagt Pressesprecherin Birgit Knebel. So bald wie möglich werde die Leistung nachgeholt. Und falls auch das nicht möglich ist, „werden Abfälle in Säcken bei der nächsten Leerung mitgenommen“.

Für zusätzliche Herausforderungen sorgt der Jahreswechsel. Am Silvestertag fahren die Stadtreiniger einen vollen Arbeitstag, Mülltonnen und gelbe Säcke werden regulär abgeholt. Außerdem sind wegen des Feuerwerks besondere Vorkehrungen zu treffen, gerade rund um Brennpunkte wie den Bebelplatz im Vorderen Westen.

Der Einwurfschlitz der unterirdischen Altpapiercontainer an dem beliebten Silvestertreffpunkt wird mit Abdeckhauben verschlossen, um zu verhindern, dass Böller hineingeworfen werden. Auch die anderen so genannten Unterflurbehälter (Neue Fahrt, Holländische Straße/Moritzstraße, Stockplatz) werden auf diese Weise abgedeckt.

„Wir versuchen außerdem an Silvester so viele Altpapierbehälter zu leeren wie bei dieser Wetterlage möglich“, sagt Knebel. Im Stadtgebiet gibt es 2000 Container. Allein sechs Fahrzeuge werden am Freitag auf Altpapiertour sein.

Knochenjob: Der Winter macht den Mitarbeitern der Kasseler Stadtreinigern derzeit zu schaffen (hier: Ingo Koch, Holger Stephan, Andreas Mai). Die körperlich anstrengende Arbeit erfordert bei Eis und Schnee noch mehr Muskelkraft. Foto: Herzog

Nach Silvester werden Böllerreste und Müll auf den Straßen den Stadtreinigern noch eine Extraportion Arbeit bescheren. Gerade bei Minustemperaturen bereiten die Feuerwerksreste Probleme, weil sie festfrieren. Besonders Batterie-Feuerwerk sei von den Kehrmaschinen kaum zu entfernen, sagt Knebel. Die Stadtreiniger bitten die Feiernden darum, selbst den Besen zur Hand zu nehmen und ihren Müll eigenständig zu entsorgen.

Zumal in der Neujahrsnacht mit weiteren Schneefällen zu rechnen ist, und die Stadtreiniger voraussichtlich schon mit dem Winterdienst alle Hände voll zu tun haben werden. „Das hat Vorrang, schließlich geht es dabei um die Verkehrssicherungspflicht“, sagt Knebel. Erst wenn der Winterdienst erledigt sei, können sich die Mitarbeiter, die „seit Wochen einen Wahnsinns-Einsatz leisten“, um die Silvester-Hinterlassenschaften kümmern.

Mancher von ihnen sehnt sich angesichts der vielen Arbeit schon nach ruhigeren Zeiten. Auch wenn es mitunter sehr heiß ist, sei ihm der Sommer zum Arbeiten lieber, sagt Andreas Mai. „Dann kann man wenigstens gescheit laufen.“

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