Sanierung der Gustav-Mahler-Treppe – Sperrung für anderthalb Jahre

Kassels Tor zur Aue wird schöner: Gustav-Mahler-Treppe wird saniert

Kurz nach der Eröffnung: Zu documenta III im Jahr 1964 wurde die heutige Gustav-Mahler-Treppe (Bildmitte) freigegeben. Der Hang war noch spärlich bewachsen. Unten sieht man die ausgebombte Orangerie. Zwischen Treppe und Staatstheater erstreckt sich heute die documenta-Halle.
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Kurz nach der Eröffnung: Zu documenta III im Jahr 1964 wurde die heutige Gustav-Mahler-Treppe (Bildmitte) freigegeben. Der Hang war noch spärlich bewachsen. Unten sieht man die ausgebombte Orangerie. Zwischen Treppe und Staatstheater erstreckt sich heute die documenta-Halle.

Die Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) investiert 2,1 Millionen Euro in die Sanierung der Gustav-Mahler-Treppe und die Instandsetzung des benachbarten Rosenhangs zwischen Treppe und Ehrenmal.

Kassel - Seit 56 Jahren führen ihre 100 Stufen von der Karlsaue in die Innenstadt: Doch die Jahre und die ungezählten Füße haben ihre Spuren auf der Gustav-Mahler-Treppe hinterlassen. Sie galt zeitweise als düsterer Schandfleck und war Schauplatz mehrerer Überfälle. Jetzt wird sie saniert. Für die Arbeiten werde die Treppe in den nächsten Tagen gesperrt, sagt MHK-Sprecherin Natascha Callebaut. Einen genauen Zeitpunkt könne sie nicht nennen. Dies hänge von der Anlieferung des Materials ab. Erst im Frühjahr 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

In der Zwischenzeit müssen Fußgänger einen Umweg über die Du-Ry-Straße gehen. Es gibt zudem einen schmalen Weg, der sich neben der documenta-Halle bis zum Eingang der Karlsaue schlängelt. „Dieser ist aber unbeleuchtet und nicht barrierefrei“, so die MHK-Sprecherin.

Arbeiten starten in den nächsten Tagen: Die Waschbetonplatten werden durch neue ersetzt.

Bei der Sanierung wird der Originalzustand der Treppe von 1964 beibehalten. Das heißt, die Waschbetonplatten werden lediglich erneuert und die Anordnung der Ebenen und der Stufen bleibt unverändert. Allerdings wird es zwei neue Zugänge geben, die den benachbarten Rosenhang mit der Treppe verbinden. Diese direkten Verbindungen waren von Gartenarchitekt Hans-Herbert Westphal seinerzeit angedacht gewesen, aber nie realisiert worden. Erneuert wird zudem die Beleuchtung der Treppe. Diese ist seit Jahren defekt und wurde lediglich durch ein Provisorium ersetzt. Geplant sind schlichte Mastleuchten und nach unten strahlende LED-Leuchten in den Handläufen.

Die Ursprünge der Treppe reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. Nach dem Bombenkrieg war der Hang hinter dem heutigen Staatstheater ein gigantischer Schuttberg. An dieser Stelle standen damals noch die Reste des Preußisches Staatstheaters. Erst zur Bundesgartenschau 1955 gestaltete der Landschaftsarchitekt und Buga-Leiter Hermann Mattern den Rosenhang und auch eine erste Freitreppe. Diese führte schnurstracks von der Aue auf den Friedrichsplatz.

Nur neun Jahre später wurde diese abgerissen und durch den Entwurf von Westphal ersetzt. Für dessen eine Million DM teuren Pläne wurde ein großes Plateau geschaffen, auf dem heute das documenta-Kunstwerk „Rahmenbau“ steht. Pünktlich zur documenta III wurde die neue Treppe, die sich s-förmig im Hang schlängelt, von den Massen bevölkert. Beim Flanieren über die fast zehn Meter breite Treppe konnten die Fußgänger ab sofort auf den Plattformen verweilen und den Blick in den Park genießen. Inzwischen ist dies durch den Bewuchs nur eingeschränkt möglich.

Im Bau: Die Treppe wurde zur documenta III fertiggestellt.

Der benachbarte Rosenhang, der ebenfalls von Buga-Leiter Mattern angelegt wurde, erhält auch eine Frischzellenkur. Dort werden Stützmauern stabilisiert. Zudem werden die kleinen Treppen, über die die unterschiedlichen Ebenen verbunden sind, instandgesetzt.

Soll ebenfalls saniert werden: Der Rosenhang neben der Gustav-Mahler-Treppe. Im Vordergrund das documenta-Kunstwerk Penone-Baum.

„Aufgrund des Untergrundes aus Kriegsschutt, benötigt der Rosenhang eine stabile Sicherung gegen das Absacken“, so die MHK-Sprecherin. Eigentlich war die Sanierung der Mahler-Treppe für 2019 geplant. Durch längere Planungsprozesse kam es zu Verzögerungen. (Bastian Ludwig)

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