Bisher 100 Beschwerden

Kasselwasser: Vorauszahlungen für Wasser teils zu hoch

Kassel. Nachdem die Wasserversorgung in Kassel und Vellmar im April von den Städtischen Werken auf Kasselwasser übergegangen ist, stiegen in vielen Haushalten die Vorauszahlungen. Ursache dafür ist, dass erstmals die Wasseruhren im Auftrag von Kasselwasser abgelesen wurden.

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Weil in dem Zeitraum zwischen dem Start im April und der Ablesung vor allem Sommermonate mit höheren Verbräuchen (Garten, Duschen) lagen, fielen die hochgerechneten Vorauszahlungen im Schnitt höher aus.

„Es ist richtig, dass wir wegen der Umstellung zum Teil höhere Beträge erhoben haben“, sagt Rolf Hedderich, Leiter des Amtes für Kämmerei und Steuern, das die Gebührenbescheide für Wasser- und Abwasser für die angeschlossenen Haushalte erstellt.

Allerdings habe es bisher erst etwa 100 Beschwerden gegeben. Seien diese nachvollziehbar, würden die Vorauszahlungen gesenkt. In einem der HNA bekannten Fall, in dem Kasselwasser um 75 Prozent höhere Beiträge gefordert hatte, sei dies auch geschehen. Weil es sich beim Erstellen der Gebührenbescheide um ein Massengeschäft handele, könne nicht einzeln geprüft werden, ob sich die Vorauszahlungen stark verändert hätten, sagt Hedderich.

Aber auch wer zunächst zu viel zahle, müsse sich keine Sorgen machen. Das Guthaben werde bei der Abrechnung nach einem Jahr gutgeschrieben. Als Kasselwasser den Betrieb übernahm, wurden die von den Städtischen Werken ermittelten Vorauszahlungsbeträge übernommen.

Im Sommer wurde damit begonnen, die ersten 10.000 der 58.000 Wasseruhren abzulesen und die Beträge neu hochzurechnen. Der Eigenbetrieb war von der Stadt gegründet worden, um sich der Preiskontrolle durch die Kartellbehörde zu entziehen, die nicht für Gebühren zuständig ist. Die Kartellwächter hatten eine 37-prozentige Senkung der Preise verlangt.

Hintergrund

Problem entstand durch Umstellung

Mit dem Übergang der Wasserversorgung auf Kasselwasser hat der städtische Eigenbetrieb 80.000 Neukunden zu betreuen. Auch die Städtischen Werke haben bei Neukunden die monatlichen Vorauszahlungsbeträge auf Basis der ersten Ablesung der Wasseruhr linear - ohne Berücksichtigung der Jahreszeiten - hochgerechnet.

Die Berechnungsgrundlage für die geschätzten Summen habe zwischen einem und zwölf Monaten gelegen, je nachdem, wann im Stadtteil die Ablesung anstand, sagt Heidi Hamdad, Sprecherin der Städtischen Werke.

Im Unterschied zu Neukunden der Städtischen Werke müssen bei der Umstellung auf Kasselwasser Tausende Kunden bei den Vorauszahlungen neu eingestuft werden, wobei nicht auf die Vorjahresverbräuche zurückgegriffen wird.

Dies führt dazu, dass es zum Teil zu erheblichen Änderungen bei den Vorauszahlungen kommen kann. Den täglichen Betrieb des Wassernetzes hat Kasselwasser an die Städtischen Werke delegiert.

Von Bastian Ludwig

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