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Katastrophenschützerin: „Die DLRG ist ein Teil meines Lebens“

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Von: Peter Dilling

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Mit Leidenschaft dabei: Nicola Scholl präsentiert am Domizil der DLRG an der Fulda ein Utensil, das zum Handwerkszeug bei Einsätzen für in Not Geratene im Wasser gehört, einen Gurtretter.
Mit Leidenschaft dabei: Nicola Scholl präsentiert am Domizil der DLRG an der Fulda ein Utensil, das zum Handwerkszeug bei Einsätzen für in Not Geratene im Wasser gehört, einen Gurtretter. © Peter Dilling

Fuldatalerin Nicola Scholl engagiert sich ehrenamtlich als Katastrophenschützerin. Sie spricht über ihre Motivation und die Relevanz der DLRG.

Kassel – Schwimmen hat ihr schon immer Spaß gemacht. Von klein auf war sie in einem Schwimmverein. Doch im Becken immer nur Bahnen ziehen, das wurde Nicola Scholl bald zu langweilig. Mit zehn Jahren wurde sie Mitglied im Stadtverband Kassel der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und machte schnell „Karriere“ im ehrenamtlichen Dienst. Zuletzt hat die heute 21-Jährige sogar ihren Katastrophenschutz-Grundlehrgang absolviert.

Was motiviert eine junge Frau, sich manchmal am Wochenende schon um 5 Uhr vom Wecker aus dem Schlaf klingen zu lassen, um frühmorgens den Sicherheitsdienst bei einer Regatta auf der Fulda oder beim Kasseler Zissel mit zu organisieren, im Winter für Lehrgänge zu büffeln und viele Stunden Freizeit im Monat zu opfern, wenn einem ein anspruchsvolles Studium im Nacken sitzt? Freude am Umgang mit der Technik, die Bereitschaft, in Not Geratenen zu helfen, die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten und – natürlich der Spaß am Schwimmen.

Das sind Stichworte, die die angehende Bauingenieurin nennt. „Die DLRG ist ein Teil meines Lebens geworden. Wir sind ein tolles Team“, sagt die Fuldatalerin. Sie habe dort nicht nur Freunde gewonnen, sondern auch ihre Liebe gefunden. Ihren Freund lernte sie kennen, als dieser bei einem Rettungsschwimmer-Lehrgang der DLRG mitmachte.

Relevanz der DLRG: Viele Kinder haben Defizite im Schwimmen

Zur DLRG kam Scholl selbst durch eine Freundin. „Komm‘ doch mal mit“, habe diese sie ermuntert. Die Fuldatalerin fand schnell Gefallen daran. Sie machte schon als junger Teenager, kurz nachdem sie das Mindestalter von zwölf Jahren erreicht hatte, ihren Rettungsschwimmer.

Später machte sie eine Fortbildung zur Bootsführerin, machte einen Strömungsretter-Lehrgang und zuletzt den Grundlehrgang im Katastrophenschutz, fungierte außerdem als Signalfrau – eine Art Lotsin – für Rettungstaucher. Und das ist längst nicht alles: Die junge Frau lehrt im Auebad auch Kinder das Schwimmen. Eine lebenswichtige Aufgabe, findet sie. Es gebe nach der Pandemie viel Nachholbedarf.

Die Anmeldelisten im Internet für die Schwimm-Grundkurse seien nach wenigen Minuten voll. „Manche Kinder, sogar noch im Grundschulalter, haben am Anfang total Angst vor dem Wasser“, sagt Scholl.

Mögliche Katastrophen im Lehrgang durchgespielt

Daneben betreut die 21-Jährige den Social-Media-Auftritt des Ortsvereins, zeichnet sich für die Pressearbeit verantwortlich und geht auch den Trainern zur Hand. „Manchmal muss ich mich regelrecht bremsen, damit mein Studium nicht zu kurz kommt“, sagt die Fuldatalerin. Man lerne bei der DLRG vieles, „was man später im Leben brauchen kann“, meint sie.

Bei dem Katastrophenschutz-Lehrgang in diesem Jahr habe sie vor allem der Umgang mit der Technik gereizt, erzählt Scholl. Der Umgang mit einem Notstromaggregat, der Einsatz von Tauchpumpen, das Bedienen von Feuerlöschern und die Einsatzplanung bei Großschadenladen wie beispielsweise ein Hochwasser. Sie selbst hat eine solche Katastrophe nicht erlebt, musste auch als DLRG-Aktive noch nie einen richtigen Notfall bewältigen – auch wenn sie schon mal einem Ruderer, dessen Boot gekentert war, an Land geholfen hat. Im Wasser in Not zu geraten, das wolle sie keinem wünschen, sagt sie.  

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