Aktion Sorgentier sucht für frei laufende Tiere in Bettenhausen eine neue Unterkunft

Katzen bald ohne Heimat

Renate Pöthen in ihrem Katzenhaus: Weil sie dort keinen Platz mehr hat, sucht sie nun nach einer weiteren Unterkunft für die Katzen vom Leipziger Platz in Bettenhausen. Foto: Naumann

Kassel. Katzen sind ihr Lebensinhalt. Renate Pöthen, 70 Jahre alt, hegt und pflegt sie, 20 Exemplare hat sie in ihrem Katzenhaus in Kaufungen.

Seit 2002 gibt es ihren Verein „Aktion Sorgentier“ mit derzeit 16 Mitgliedern. Insgesamt sind aktuell rund 50 Katzen in deren Obhut, verwilderte Katzen, Katzen, die irgendwo verletzt gefunden wurden, Katzen, die niemand mehr haben will.

Weil die Kapazitäten des Vereins längst erschöpft sind, kümmert sich Pöthen inzwischen auch um Katzen, die immer noch draußen frei herumlaufen. Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Caroline Theune füttert sie die Tiere dort, wo sie leben, in alten Fabrikhallen, in leer stehenden Häusern, auf brachliegenden Flächen.

Tiere werden kastriert

Regelmäßig werden die Tiere eingefangen und zum Tierarzt gebracht. „Dort werden die Katzen sterilisiert und gesundheitlich versorgt“, sagt Pöthen. Anschließend würden die Tiere am Fundort wieder freigelassen. „Wir selbst haben keinen Platz mehr.“ Wichtig sei nur, dass sich die Tiere draußen nicht weiter unkontrolliert vermehrten.

Jetzt aber hat Pöthen ein Problem. Sie macht sich Sorgen um die Katzen, die in der ehemaligen Bandsägen-Fabrik Petzing und Hartmann am Leipziger Platz in Bettenhausen leben. „Die Fabrik steht seit vielen Jahren leer“, sagt Pöthen. Die Katzen, sie schätzt, es sind 30 oder 40, haben sich dort längst eingerichtet.

Inzwischen gehört das Gelände der Unternehmensgruppe Glinicke, die direkt nebenan das VW-Haus Hessen-Kassel betreibt. Sie will das Grundstück entwickeln, für ihre Zwecke. Dazu werden die Fabrikhallen abgerissen. „Wir fangen voraussichtlich Mitte 2014 damit an“, sagt Geschäftsführer Peter Glinicke.

So läuft Pöthen also die Zeit davon. Sie sucht nun Unterstützer, die sich der Katzen auf dem alten Petzing-Gelände annehmen wollen. „Es muss doch irgendwo noch eine Brache geben, vielleicht mit einem leer stehenden Gebäude darauf, das eingezäunt ist, damit die Katzen nicht unkontrolliert herumstreunen“, sagt sie. Wichtig seien frostfreie Fress- und Schlafplätze. Sie bittet Privatleute, Tierschutzvereine und auch die Stadt um Unterstützung – „oder wenigstens um einen wertvollen Tipp“, sagt Pöthen.

Als Rentnerin setzt sie all ihre Kraft für die Katzen ein. Dabei wird sie immer auf Spenden angewiesen sein. Geld kostet vor allem das Kastrieren der eingefangenen Wildkatzen. Unbedingt will sie sich weiter um die Tiere in Bettenhausen kümmern. Peter Glinicke hat nichts dagegen, wenn Renate Pöthen das tut. Doch als Unternehmer sagt er auch: „Spätestens in einem Jahr wird dort kein Platz mehr für die Katzen sein.“

Infos gibt es bei Renate Pöthen, Kaufungen, Tel. 0561/512233.

Von Boris Naumann

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