Fragen und Antworten zum Thema

Katzenleid erneut Thema: Politik nimmt Nein des OB zur Kastrationspflicht nicht hin

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Ob Freigänger oder Streuner: Für Katzen, die sich immer oder zeitweise im Freien aufhalten, sollte nach Ansicht von Tierschützern und Veterinären eine Kastrationspflicht gelten. In der Stadt Kassel kommt das Thema jetzt erneut auf die Tagesordnung. 

Kassel. Bis zu 3000 streunende Katzen soll es in Kassel geben. Um ihre Zahl zu verringern, sollte eine Katzen-Schutzverordnung gelten. 

Doch hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) kürzlich diesem Anliegen eine Absage erteilt. Jetzt gibt es einen erneuten Versuch.

Warum hatte der OB die Kastrationspflicht abgelehnt?

Mit Verweis auf das Prozessrisiko für die Stadt Kassel hatte sich Oberbürgermeister Hilgen (SPD) gegen die Katzen-Schutzverordnung beziehungsweise gegen die Kastrations- und Registrierungspflicht entschieden. Nach dem Tierschutzgesetz müssten erhebliche Schäden sowie Leiden der Tiere vorliegen – und die Kastrationspflicht müsse als einziges Mittel dagegen angesehen werden, hatte der OB erklärt. Diese Voraussetzungen für die Verordnung sah er nach Prüfung durch das Rechtsamt als nicht gegeben an.

Warum kommt das Thema jetzt wieder auf den Tisch?

Zur nächsten Sitzung der Stadtverordneten (20. Februar, 16 Uhr, Rathaus) liegen dazu zwei Anträge vor. Die CDU will, dass die Stadtverordneten ihren im Jahr 2013 einstimmig gefassten Beschluss für eine Katzen-Kastrationspflicht erneuern. Die Grünen beantragen, dass der Magistrat über die Bestandszahlen von freilebenden Katzen in Kassel und von Fundkatzen im Tierheim Wau-Mau-Insel Auskunft gibt – und zwar jeweils für die vergangenen fünf Jahre.

Welche Erfolgsaussichten hat die neuerliche Initiative?

Vorerst sind die Chancen gering. Hilgen hat im November gegen die Katzen-Schutzverordnung entschieden. Er stellte klar, dass nicht die Stadtverordneten, sondern der Oberbürgermeister als Ordnungsbehörde zuständig ist. Seine Einschätzung wird sich nicht geändert haben. Aber seine Amtszeit endet am 21. Juli. Womöglich sieht ein künftiger OB die Dinge anders.

Wer befürwortet eine Katzen-Schutzverordnung?

Dafür gibt es eine breite Unterstützung. Das Nein des OB stieß bei allen Stadtverordnetenfraktionen auf wenig Gegenliebe. Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen wird von Tierschutzverbänden und Tierärzten gefordert. Schließlich müssen Streuner in der Freiheit unter Hunger und Krankheiten leiden. Kritisch hatte sich zu der OB-Absage etwa auch das Tierheim Wau-Mau-Insel geäußert.

Spielt das Thema im OB-Wahlkampf eine Rolle?

Nur am Rande. Murat Cakir, Kandidat der Linken, hat sich kürzlich für die Verordnung ausgesprochen. So wie die Kasseler CDU wunderte sich auch Grünen-Kandidatin Eva Koch darüber, warum in Kassel nicht möglich sein soll, was in vielen anderen Städten längst umgesetzt ist.

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