Atmosphäre soll zum Flanieren und Verweilen einladen

Damit die City attraktiver wird: Händler wollen mehr Musik in der Innenstadt

Kassel. Kassels City-Kaufleute wollen die Innenstadt wieder stärker zum Magneten für Einkaufs- und Bummelpublikum machen. Damit wollen sie der zunehmenden Konkurrenz durch den Internethandel trotzen.

Ziel sei es, eine Atmosphäre in der Innenstadt zu schaffen, die zum Flanieren und Verweilen einlädt, sagte Petra Feist-Dietrich von den City-Kaufleuten im HNA-Gespräch.

Für Unmut bei den Händlern hat in der Vergangenheit die strikte Lärmschutzverordnung für die Innenstadt gesorgt. „Bei Events wie dem Mitternachts-Shopping war es kaum möglich, die Innenstadt mit Musik zu bespielen“, sagt Feist-Dietrich. Gerade qualitätvolle Angebote mit Live-Musik könnten aber helfen, Publikum zum Verweilen zu animieren. Derzeit suche man mit der Stadt nach Wegen, um Genehmigungen dafür zu erleichtern.

Zudem fordern die Kaufleute auf dem Friedrichsplatz, der zum Treffpunkt der Alkohol- und Drogenszene geworden ist, mehr Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei.

Auch die vielen Baustellen hätten der Innenstadt zugesetzt, weil die Erreichbarkeit eingeschränkt gewesen sei, so die City-Kaufleute. Hier müsse man künftig gemeinsam mit der Stadt frühzeitig überlegen, ob durch kluge Umleitungen und Ampelschaltungen bessere Lösungen gefunden werden können.

Das sagt die Stadt Kassel

Wir haben die Stadt Kassel gebeten, sich zu den Anliegen der City-Kaufleute zu äußern. In einer Stellungnahme heißt es zum Wunsch nach mehr Musik-Veranstaltungen in der Innenstadt: Mit dem Wunsch, regelmäßig Musikprogramme in Wirtschaftsgärten der Innenstadt zu veranstalten, müsse man sehr sensibel umgehen. „Es gilt auch, die Bürger vor Lärm zu schützen.“ Daher müsse man einen Mittelweg zwischen dem Interesse der Kaufleute, die Innenstadt zu beleben, und den Interessen der Anwohner finden, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. Dabei sei auch zu beachten, „dass in der Innenstadt nicht zugelassen werden kann, was in anderen Bereichen der Stadt nicht erlaubt ist“.

Baustellen: Die Stadt Kassel habe ein hohes Interesse, dass auch bei Baumaßnahmen die Innenstadt gut erreichbar ist. Um Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer und die Innenstadt zu vermeiden, finden laut Bohnenkamp Abstimmungen zwischen allen Beteiligten statt. „Dort, wo bestimmte Problemlagen für die Innenstadt auftreten, sollen ferner Einzelgespräche über die jeweilige Maßnahme geführt werden.“ Beim Umbau der Königsstraße werde es „selbstverständlich einen engen Informations- und Beteiligungsprozess mit den City-Kaufleuten geben“.

Friedrichsplatz: Neben Angeboten für die Trinker- und Drogenszene (Café Nautilus, Trinkraum) fänden bereits verstärkt Kontrollen durch das Ordnungsamt statt. Auch die Stadtreiniger seien seit einiger Zeit mehrfach pro Tag vor Ort. (rud)

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