Kaufleute an der Friedrich-Ebert-Straße kämpfen weiter mit Leerstand

Geschäftsräume mit 50er-Jahre-Flair: Abgesehen vom Colonia-Haus gibt es auf der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Karthäuserstraße und Annastraße nur noch vereinzelt Leerstände wie hier schräg gegenüber der alten Hauptpost. Fotos: Herzog

Kassel. Noch immer kämpfen die Kaufleute gegen den Leerstand in Teilen der Friedrich-Ebert-Straße. Besonders hart trifft es die Geschäfte rund um die Einmündung der Karthäuserstraße. Denn in dem achtstöckigen Colonia-Haus an der Ecke herrscht gähnende Leere.

Der Coffee-Shop, der Fischladen, die Kneipe - sie sind alle weg. Die Telekom, die in den oberen Etagen ansässig war, ist längst ausgezogen. Das gesamte Gebäude ist ungenutzt.

„Es ist jammerschade, dass das Haus leer steht“, sagt Apotheker Klaus Parzefall, Sprecher der örtlichen Aktionsgemeinschaft. Er selbst hat sich lange Zeit vergebens um eine Lösung bemüht. Es habe genügend Mietanfragen gegeben, sagt Parzefall. Eine Vermietung sei aber nicht möglich, so lange die Brandschutzauflagen nicht erfüllt würden. Nun hoffe man auf einen Investor, der das Colonia-Haus erwirbt.

Der Gebäudekomplex gehört einer amerikanischen Investorengesellschaft, die es im Zuge des Immobilien-Booms erworben hat. Es wird nun von der CR Investment Management GmbH in Frankfurt verwaltet. Eine Stellungnahme des Unternehmens war gestern nicht zu erhalten.

Apotheker Parzefall ist sicher, dass der Straßenabschnitt auflebt, wenn das Haus wieder mit Leben gefüllt ist. „Man braucht einen Investor“, sagt Simone Mäckler vom Stadtbüro Friedrich-Ebert-Straße, das sich um die Belebung der Einkaufsmeile kümmert. „Mit großen Immobilien ist das natürlich immer schwierig.“

Dass es auch anders geht, zeigen die neuen Eigentümer der Häuser Nr. 26 und 28 auf der anderen Straßenseite. Das Nordstern-Haus (Nr. 26) aus den 50ern wird schrittweise saniert. Zurzeit lässt die Eigentümerfamilie Foltis die Ladenräume im Erdgeschoss für ein Wellness-Resort umbauen.

Das Colonia-Haus sei wegen seiner Lage und Größe der Schlüssel für die Entwicklung der gesamten Straße, sagt Rechtsanwalt Dr. Richard Foltis, der seit langem an der Einkaufsmeile ansässig ist. Buchhändler Stefan Vogt ist trotz allem zuversichtlich, dass es bergauf geht. Inzwischen kauften viele ganz bewusst in den kleinen Geschäften an der Friedrich-Ebert-Straße ein.

Von Ellen Schwaab

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