Filialisten beteiligen sich nicht an gemeinsamen Werbeaktionen

Werbeaktionen: Kaufleute der Innenstadt ärgern sich über Trittbrettfahrer

Kassel. Bei verkaufsoffenen Sonntagen sind sie gern dabei. Die Weihnachtsbeleuchtung, die die Kaufleute der Innenstadt 70.000 Euro kostet, nehmen sich auch mit. Aber wenn es ums Bezahlen geht, dann tauchen Filialisten wie Tchibo, Pimkie, Orsay oder Vodafone regelmäßig ab.

„Das sind Trittbrettfahrer“, sagt Gerhard Jochinger, der Vorsitzende der City-Kaufleute. Der Hausherr in der Königsgalerie ist es Leid, immer wieder abgewimmelt zu werden. Auf den Kaufhof, Heinsius und Sander, Sinn Leffers, Köhler und viele andere an der Oberen Königsstraße kann er sich verlassen. Auf andere nicht. Dabei profitieren nach Jochingers Einschätzung alle davon, wenn die Innenstadt zur Weihnachtszeit festlich beleuchtet ist. Die Lichterbögen gibt es ebenso wenig zum Nulltarif wie das Rahmenprogramm für die verkaufsoffenen Sonntage und das Mitternachts-Shopping. Es geht neben der Weihnachtsbeleuchtung um einen Marketing-Etat von 30.000 Euro im Jahr. Eigentlich sollten sich alle Geschäftsleute daran beteiligen. Je nach Größe und Schaufensterfläche ist der Beitrag gestaffelt.

Teilweise geht es um einige 100 Euro, hinter denen die City-Kaufleute herrennen. „Immer wieder bekommen wir zu hören, dass dafür kein Geld da ist oder wir uns an die Zentrale des Unternehmens wenden sollen“, sagt Gerhard Jochinger. Auch auf mehrfache Anschreiben gebe es entweder keine Reaktion oder eine glatte Absage.

„Das ist überaus schade“, sagt City-Managerin Ingrid Steinbach. Gemeinsam mit den Kaufleuten und Kassel Marketing bemühe man sich darum, den Standort Innenstadt zu stärken. An den Aktivitäten beteilige sich die Stadt mit mehreren tausend Euro pro Jahr. Die Kritik am mangelnden Engagement der Filialisten sei berechtigt. Allerdings hätten die Geschäftsführer vor Ort dafür kaum Spielraum.

Von Thomas Siemon

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