Gewerbetreibende beobachten Baustart mit gemischten Gefühlen

Baustelle Friedrich-Ebert-Straße: Kaufleute setzen auf treue Kunden

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Unübersichtlich: Bauzäune und Bagger bestimmen das Bild der Friedrich-Ebert-Straße, die bis zur Karthäuserstraße aber weiterhin in beiden Richtungen befahrbar ist.

Kassel. Baustart in der Friedrich-Ebert-Straße: Seit wenigen Tagen wird zwischen Ständeplatz und Annastraße gebuddelt. Auftakt für den Umbau der angeschlagenen Einkaufsstraße, die mit breiten Bürgersteigen und Bäumen zur Flaniermeile aufgemöbelt werden soll.

Anwohner, Kunden und Geschäftsleute brauchen einen langen Atem: Die Schönheitskur dauert drei Jahre. Vor dem eigentlichen Umbau, der im nächsten Jahr beginnt, werden sämtliche Leitungen erneuert.

Peter Dannenberg

„Natürlich ist es eine Beeinträchtigung“, sagt Peter Dannenberg, Inhaber des Lampengeschäfts ars vivendi. „Es bleibt nicht aus, dass wir wahrscheinlich gewisse Abstriche machen müssen.“ Zum Glück sei sein Geschäft auch über die Friedrich-Engels-Straße erreichbar. Drei Jahre Bauzeit seien „ein harter Brocken“, sagt Dannenberg. Wenn die Kunden sich erst an die Baustelle gewöhnt hätten, werde es leichter, hofft der Geschäftsmann. Dass sich der Umbau lohnt, davon ist er überzeugt. „Dann wird’s attraktiv.“

Birgit Limmroth

Birgit Limmroth, die ein paar Meter weiter in ihrem Lifestyle-Geschäft Damenmode verkauft, ist weniger optimistisch. „Das wird ein Chaos“, sagt die Geschäftsfrau. Sie befürchtet Dreck und Lärm vor ihrer Ladentür. Der Umbau ist in ihren Augen überflüssig. „Wir brauchen keinen Boulevard“, sagt sie. Probleme während der Bauzeit sieht sie vor allem wegen fehlender Parkplätze, was auch Lieferanten in die Bredouille bringe. Die Kunden, die seit Jahren kämen, hielten ihr trotzdem die Treue.

Sorgen bleiben

Sven Frohnmeyer, Inhaber des Geschäfts Stilfrei Kassel, setzt ebenfalls auf treue Stammkunden aus der Nachbarschaft. „Unsere Kunden aus dem Umkreis haben wir rechtzeitig auf die bevorstehenden Sperrungen hingewiesen“, sagt der Geschäftsmann. „Natürlich beobachten wir mit ein wenig Sorge die Bauarbeiten, freuen uns aber schon jetzt auf die Fertigstellung der künftigen Kasseler Einkaufs- und Flaniermeile Nummer 1.“

Michael A. Busse

Juwelier Michael A. Busse, der sich auch in der Aktionsgemeinschaft Friedrich-Ebert-Straße engagiert, sieht keinen Grund zur Klage. „Der Umbau musste sein“, sagt er über die in die Jahre gekommene Einkaufsmeile. „Ob das mit der Straßenbahn und den Autos klappt, wird sich zeigen.“ Nach dem Umbau werden sie sich eine Fahrspur teilen. Die Einrichtung der Baustelle habe hervorragend geklappt, sagt der Juwelier. Er hofft, dass es ebenso zügig weitergeht. Einziges Problem aus seiner Sicht: „Die Leute wissen nicht, wo sie parken können.“

Von Ellen Schwaab

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