Kaufunger Solar-Unternehmer Georg Stiens

Wahl der IHK-Rebellen: „15 Sitze sind ein guter Anfang"

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Georg Stiens

Kreis Kassel /Kaufungen. Bei der Wahl zur Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg wurden auch 15 IHK-Rebellen der Initiative „Kammern ohne Zwang" (KOZ) gewählt. Einer davon ist der Kaufunger Solar-Unternehmer Georg Stiens. HNA-Redakteur Holger Schindler sprach mit ihm über die Hintergründe.

Herr Stiens, Sie sitzen jetzt für die Initiative „Kammern ohne Zwang“ in der IHK-Vollversammlung. Fühlen Sie sich als Rebell? 

Georg Stiens: Rebell wäre mir als Formulierung zu hart. Ich kann eben nicht verstehen, warum es eine Zwangsmitgliedschaft in der IHK geben soll.

Genau dagegen sind Sie angetreten. Wie wollen Sie das durchsetzen - mit 15 von 77 Sitzen in der Vollversammlung? 

Stiens: 15 Sitze sind ein guter Anfang, bei der nächsten Wahl sind es dann eventuell schon 30 Sitze und bei der übernächsten Wahl haben wir dann die Mehrheit.

Was war der Grund für Sie, sich der Initiative anzuschließen? 

Stiens: Ich ärgere mich schon seit Jahren, dass ich für alle meine 15 Firmen Zwangsmitgliedsbeiträge zahlen muss, bei 14 Firmen ohne jegliche Gegenleistung.

Der Gründer der Initiative „Kammern ohne Zwang“, Kai Boeddinghaus, steht den Linken nahe. Was verbindet Sie beide politisch? 

Stiens: Meine Bereitschaft, mich für die Initiative KOZ zu engagieren, ist völlig losgelöst vom politischen Parteibuch. Ich gehöre keiner Partei an.

Wie sollte die IHK-Mitgliedschaft neu geregelt werden? 

Stiens: Ganz einfach, freie Mitgliedschaft, so wie in jedem anderen Verband auch. Ich bin Mitglied beim Bundesverband Solarwirtschaft, da bin ich natürlich freiwillig Mitglied.

Sie fordern niedrigere Beiträge für die Unternehmen. Müssen dann im Gegenzug nicht die Leistungen sinken? 

Stiens: Wir bilden Auszubildende aus, dafür zahle ich natürlich gerne meine Beiträge. Weitere Dienstleistungen nehme ich von der IHK nicht in Anspruch.

Sie leiten ein mittelständisches Unternehmen in Kaufungen mit 50 Arbeitskräften. Sind kleine und mittlere Unternehmen auf dem Land in der IHK bisher nicht ausreichend vertreten? 

Stiens: Das kann ich aktuell nicht beurteilen. Wenn ich in der Vollversammlung sitze, werde ich wohl mehr dazu sagen können.

Bei so viel Kritik - wollen Sie sich als Präsident zur Wahl stellen? 

Stiens: Ich möchte erst mal eine Wahlperiode als einfacher Vertreter mitarbeiten, dann sehen wir weiter.

Von Holger Schindler

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