Kasseler Gastronomen spüren deutlichen Rückgang der Nachfrage nach rohem Gemüse

Wegen Ehec-Fällen: Kaum Appetit auf Salat

Von Salat keine Spur: Derzeit gibt es an der Offenen Schule Waldau keine Rohkost. Dieses Fotos entstand an der Ganztagsschule, als von Ehec noch keine Rede war. Archivbild: dpa 

Kassel. In Kasseler Restaurants und Kantinen macht sich die Skepsis gegenüber rohem Gemüse bemerkbar. Joachim Meister, Juniorchef des Landhauses Meister, zufolge verzichten derzeit etwa 80 Prozent der Besucher des Restaurants auf Salate.

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Sie würden stattdessen verstärkt gekochtes Gemüse, Farmer- und Bohnensalat nachfragen. Zwar sei der Salatzulieferer aus der Region, doch sei sich Meister nicht sicher, woher die Produkte stammen. „Deshalb bieten wir Tomaten und Gurken gar nicht mehr an, bis es verlässliche Entwarnung gibt“, sagt er.

Kostas Vick vom Restaurant Düsseldorfer Hof beklagt, dass es bislang keine Klarheit über die Ursachen des Ehec-Erregers gibt. „Wir Verbraucher werden verrückt gemacht“, sagt der Eigentümer des Familienbetriebes. Gurkensalat steht bei ihm nicht mehr auf der Speisekarte. Das Geschäft sei seit dem Auftreten der Ehec-Fälle aber nicht beeinträchtigt. Viele Kunden würden nun Folienkartoffeln bestellen. Salate beziehe der Betrieb aus Waldau, wo sie auch angebaut werden.

Auch die Mensen der Uni Kassel verkaufen seit einigen Tagen weniger Salate. Rohes Gemüse wie Gurken und Tomaten werden aber nach wie vor angeboten, sagt die Leiterin des Studentenwerks, Brigitte Schwarz. „Unsere Gäste sind erwachsen und sollen selbst wählen, was sie essen.“ Das Gemüse stamme teilweise aus der Region, überwiegend aber aus der Pfalz, aus Belgien und Holland.

Die Lebensmittel würden stets in den eigenen Salat-Küchen unter strengen Hygieneauflagen zubereitet. Pro Tag werden an den fünf Standorten der Mensa mehr als 5000 Mahlzeiten verzehrt.

Rote Bete anstatt Salat

An der Offenen Schule Waldau gibt es seit vergangener Woche gar kein rohes Gemüse mehr. „Täglich essen hier 700 Menschen“, sagt die Schulleiterin Barbara Buchfeld. „Das ist eine große Verantwortung“, begründet sie die Entscheidung. „Wir sind Laien und können die Gefahr nicht einschätzen.“

Die Salatbuffets der Kantine und Cafeteria würden jetzt mit Roter Bete und Nudelsalat gefüllt. (sdl)

Von Stefanie Dietzel

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