Über 13 000 Besucher haben bereits die umstrittene Ausstellung „Echte Körper“ in den Messehallen gesehen

Kaum Kritik an Leichenschau

Anschauungsunterricht: Für die angehenden Ergotherapeutinnen Franziska Schindler, Ronja Gliese und Vanessa Leismann (von links) aus Kassel hält die Ausstellung viele Einblicke bereit. Foto: Malmus

kassel. Umstritten, aber gut besucht: Die Ausstellung plastinierter Leichen hat in den ersten drei Tagen nach Angaben des Veranstalters 13 200 Besucher in die Kasseler Messehallen gelockt. Bei der am Freitag eröffneten Schau werden über 400 Exponate von konservierten Körpern und Körperteilen gezeigt. Darunter auch Föten in verschiedenen Entwicklungsstadien.

„Viele sind begeistert“, sagte Martin Krüger. Er betreut die Wanderausstellung „Echte Körper – von den Toten lernen“ für die Veranstaltungsfirma Promotionscout 24. Kassel ist die zehnte Station der Schau, die noch bis einschließlich 21. August täglich in den Messehallen zu sehen ist.

Die Besucher gestern waren durchweg beeindruckt. Kritik gab es kaum. „Es riecht ein bisschen“, stellte die angehende Medizinstudentin Maike Sendler fest. Ansonsten fand sie wie die meisten die Schau überzeugend. Ethische Bedenken, wie sie auch die Kirchen geäußert hatten, kamen nicht zur Sprache. Die angehenden Ergotherapeutinnen Franziska Schindler (22), Ronja Gliese (23) und Vanessa Leismann (24) fanden die Schau ebenfalls überzeugend. „Was man sonst auf dem Papier lernt, kann man hier richtig sehen“, sagte Ronja Gliese. „Das eine oder andere ist schon erschreckend“, stellte Renate Steinfeld (51) aus Baunatal fest. Das schmälerte aber nicht ihr positives Urteil. Die Schau biete Einblicke in den Körper, die einem sonst verwehrt blieben. (els) TAGESTHEMA OBEN

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