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Energie-Krise trifft Supermärkte: So sieht es mit den Öffnungszeiten in und um Kassel aus 

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Von: Kathrin Meyer, Amira Sayed El Ahl, Ulrike Pflüger-Scherb

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Die Energie-Krise erreicht nun auch die Supermärkte in und um Kassel. Einige werden wohl bald eher schließen.

Kassel – Um bei den steigenden Preisen Energie zu sparen, hat der Discounter Aldi Nord angekündigt, viele Filialen eine Stunde früher zu schließen. Statt um 21 Uhr sollen bereits um 20 Uhr die Türen schließen.

Für welche Filialen in Stadt und Kreis Kassel das gilt, ist noch unklar. Den Weg von Aldi gehen aber längst nicht alle Lebensmittelmärkte mit, wie eine nicht repräsentative Umfrage der HNA ergeben hat. Die Rewe-Gruppe teilte auf Anfrage mit, dass Filialen von Rewe und Penny aufgrund der Energiekrise nicht früher geschlossen werden sollen.

Man beobachte die laufende Diskussion und diskutiere intern, sagte ein Sprecher von Tegut. „Aktuell gibt es bei uns jedoch keine konkreten Pläne, die Öffnungszeiten unserer Märkte anzupassen.“ Tegut betreibt in Stadt und Kreis Kassel 16 Filialen.

Supermärkte in Kassel: Solaranlage und Wärmerückgewinnung zahlt sich jetzt aus

Robert Aschoff, Chef des Edeka-Markts Aschoff, hat bereits seit 2006 bis Mitternacht geöffnet. Auch er will die Öffnungszeiten jetzt nicht reduzieren. Das liege aber auch daran, dass er in seinem Geschäft in der Frankfurter Straße aufgrund von einer Solaranlage, einer Wärmerückgewinnung und LED ohnehin relativ wenig Energie verbrauche, so Aschoff.

Kühlung ist der größte Stromfresser

Der Lebensmittelhandel ist laut einer Studie des Kölner EHI Retail Instituts mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 46 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr eine der Branchen auf dem deutschen Markt, die am meisten Energie verbraucht. Der größte Stromfresser ist die Kühlung – mit einem Anteil von 41 Prozent am gesamten Verbrauch. Auch die Beleuchtung treibt die Stromrechnung durch lange Öffnungszeiten und fensterlose Räume weiter nach oben.

Der Edeka-Markt in Helsa wird ab dem 1. November zwar schon um 18 statt um 20 Uhr schließen. Grund sind aber laut Inhaber Björn Zeuch nicht die gestiegenen Energiepreise, sondern der Personalmangel. Der Markt in Helsa sei erst 2015 saniert und damals mit Weitblick ausgestattet worden. In Sachen Energieeffizienz sei er auf dem neuesten Stand.

Energie-Krise in Stadt und Kreis Kassel: Supermärkte wollen Öffnungszeiten verkürzen.
Energie-Krise in Stadt und Kreis Kassel: Supermärkte wollen Öffnungszeiten verkürzen. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Händler in Kassel: Mehrere Händler denken über verkürzte Öffnungszeiten nach

Die Öffnungszeiten der Lidl-Filialen unterscheiden sich nach den örtlichen Gegebenheiten und richten sich nach den Gesetzen des jeweiligen Bundeslandes, so ein Sprecher. Konkret zu geplanten früheren Schließungen äußerte sich Lidl nicht. In der Kasseler Innenstadt denken einzelne Häuser darüber nach, die Öffnungszeiten am Abend zu verkürzen und den Ladenschluss auf 19 Uhr vorzuverlegen, sagt Alexander Wild, Vorsitzender der City Kaufleute.

Bei diesen Überlegungen spiele aber nicht nur das Energiesparen eine Rolle, sondern auch der Personalmangel im Einzelhandel, so Wild. „Ich kann diese Überlegungen der Einzelhändler nachvollziehen.“ Zuletzt hatten beispielsweise im Einkaufszentrum Dez viele Läden in Pandemiezeiten nur bis 19 Uhr geöffnet. Der Baumarkt Toom an der Kohlenstraße macht Nägel mit Köpfen. Um Energie zu sparen, schließt der Markt ab 4. November auch freitags bereits um 20 Uhr statt 22 Uhr.

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