Nachfrage in Hallenbädern groß, die Freibäder bleiben derzeit relativ leer

Kaum Schwimmer trotz Gratis-Tickets in Kassel

Fine (6) und ihr Bruder Matti (9) im Kasseler Auebad
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Sie vergnügten sich am Donnerstag im Innenbereich des Auebads: die sechsjährige Fine und ihr Bruder Matti (9).

Trotz Gratis-Tickets für Kinder und Jugendliche unter 16 sind die Kasseler Freibäder derzeit recht leer. Das liegt an den mitunter relativ kühlen Temperaturen.

Kassel – Kinder und Jugendliche unter 16 dürfen in den Sommerferien kostenlos die Bäder der Städtischen Werke besuchen. Vorausgesetzt, sie bekommen einen Platz im Bad. Wegen der Corona-Lage ist die Zahl der Besucher, die derzeit gleichzeitig eines der Bäder besuchen dürfen, begrenzt. In den drei Freibädern dürfen sich pro Zeitfenster zum Beispiel nur 250 Menschen aufhalten.

Im Innenbereich des Auebads sind 150 Schwimmer erlaubt und im Hallenbad Süd 50 Personen. Alle Badegäste werden gebeten, ihre Tickets vor dem Besuch online zu buchen.

Man habe sich im Vorfeld natürlich darüber Gedanken gemacht, ob der freie Eintritt der unter 16-Jährigen zu Konflikten mit anderen Altersgruppen, die ins Bad wollen, führen kann, sagt Jens Herbst, Bäderchef der Städtischen Werke. Das sei bislang aber nicht der Fall gewesen.

Aufgrund der relativ kühlen Temperaturen im Juli seien die Freibäder bislang nur am wenigen Tagen ausverkauft gewesen. In den Morgenstunden habe es für die Frühschwimmer bislang immer Kapazitäten gegeben. Größer sei die Nachfrage im Innenbereich des Auebads und im Hallenbad Süd.

Seit der Öffnung der Kasseler Bäder am 9. Juni haben gerade mal 18 000 Menschen das Freibad in Bad Wilhelmshöhe, 16 000 das Freibad in Harleshausen, 7000 das Hallenbad Süd und 30 000 den Innen- und Außenbereich des Auebads besucht. Zum Vergleich: Im Rekordsommer 2019 kamen insgesamt 310 000 Menschen in die Kasseler Freibäder. Da gab es aber auch noch kein Corona, das Wetter war viel besser und die Saison ging vom 1. Mai bis 15. September.

Und wie nehmen die Kinder und Jugendlichen das Gratis-Angebot jetzt an? Über 30 Prozent der Gäste, die online buchen, fielen derzeit unter diese Gruppe, sagt Herbst. Ob das mehr oder weniger Kinder als zuvor sind, kann man nicht sagen. Bislang wurde darüber nämlich keine Statistik geführt.

Laut Herbst besuchen aber 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die sich eine kostenlose Eintrittskarte gesichert haben, auch tatsächlich das Bad. Diese Quote zeige, dass diese Altersgruppe vernünftig mit dem Angebot umgehe. Auch etwa zehn Prozent der Erwachsenen, die sich ein Ticket online gebucht hätten, würden dann doch nicht schwimmen gehen.

Insgesamt würden die Abläufe in den Bädern im nun zweiten Corona-Jahr gut klappen, sagt Herbst. „Die Leute sind froh, dass es ein Angebot gibt und halten sich an die Regeln.“ Das Buchungssystem habe sich etabliert und es gebe darüber auch keine Beschwerden. Man denke darüber nach, manche Regeln, wie etwa das Kreisschwimmen in den Freibädern, auch in die Zeit nach Corona mitzunehmen.

Herbst hat auch eine gute Nachricht für alle Warmduscher: Seit Montag sind die warmen Duschen in den Freibädern wieder geöffnet. Natürlich müssen auch dort die Abstandsregeln eingehalten werden.

Angi Walz besuchte gestern mit ihren Kindern den Innenbereich des Auebads. Die Sportlehrerin, die an der Grundschule Waldau unterrichtet, bezeichnet das kostenlose Angebot für die Kinder als eine „guten Ansatz“. Damit solle ja auch das Ziel verfolgt werden, dass mehr Kinder schwimmen lernen. Die Pädagogin hat allerdings Zweifel, dass das Angebot auch tatsächlich von jenen Familien angenommen werde, deren Kinder noch nicht schwimmen können. Bei diesem Thema seien die Schulen noch sehr gefordert. Nur 5 bis 10 Prozent der Grundschüler hätten einen Freischwimmer, sagt Walz. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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