Mitarbeiter werben Migranten

Kausa-Servicestelle des Handwerks hilft bei der Ausbildung

Freut sich über seine Lehrstelle: Burak Caliskan (3. von links): Kausa-Mitarbeiter Nergis Yilmaz und Mahmut Eryilmaz (von li.) sowie TGS-Standortleiterin Stefanie Auer-Schirmer (rechts) freuen sich mit ihm.

Kassel. Die Kausa-Servicestelle der Handwerkskammer Kassel verhilft Migranten zu Lehrstellen und animiert Unternehmer mit ausländischen Wurzel dazu, auzubilden.

Burak Calikan (16) und Martin Mohr (21) sind glücklich. Seit September befinden sie sich in der Ausbildung. Ersterer lernt Maler und Lackierer bei der Deutschen TGS, die mit 80 Mitarbeitern die 4500 Wohnungen des Immobilienkonzerns Vonovia in Kassel und Göttingen instandhält und modernisiert. Und Mohr wird bei Zikri Cicek (Ibo Lack) zum Lackierer ausgebildet. „Die Ausbildung macht echt Spaß. Ich bin gerne bei TGS“, sagt Calikan. Und Mohr ist froh, bei Cicek, den er von einem Praktikum her kennt, lernen zu dürfen.

Zusammengebracht hat sie die Kausa-Servicestelle, die bei der Handwerkskammer in Kassel angesiedelt ist und vom Bundesbildungsministerium sowie der EU finanziert wird. Kausa steht für „Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration“ und hat sich zum Ziel gesetzt, einerseits junge Menschen mit ausländischen Wurzel und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen und andererseits Unternehmer mit Migrationshintergrund für die Ausbildung zu gewinnen. Jetzt hat Kausa eine erste Bilanz gezogen: 2015 haben die beiden Mitarbeiter Nergis Yilmaz und Mahmut Eryilmaz 200 Beratungen mit Jugendlichen und Eltern absolviert. In 60 Fällen fanden die Betroffenen selbst eine Lehrstelle, in weiteren 25 Fällen vermittelte Kausa. In diesem Jahr sehen die Zahlen ähnlich aus.

Yilmaz und Eryilmaz vermitteln aber nicht nur, sondern helfen auch bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch, begleiten Lehrlinge und Betriebe durch die Ausbildung und unterstützen bei der Beantragung von Fördermitteln. Alles zusammen hat Jungunternehmer Cicek dazu bewogen, mit Mohr einen ersten Lehrling einzustellen. „In unserem Vier-Mann-Betrieb ist keine Zeit für die bürokratischen Dinge rund um die Ausbildung. Ohne Kausa hätte ich heute wohl kaum einen Lehrling“, sagt der angehende Meister.

Der Geschäftsführer des Kasseler Jobcenters, Stefan Schäfer, lobt die Kooperation mit Kausa als partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Servicestelle sei ein zusätzlicher Weg, jungen Menschen mit Migrationshintergrund gezielt zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen.

Kausa-Geschäftsführerin Cornelia Mündel-Wirz hob hervor, wie wichtig es sei, auch die Eltern der jungen Menschen ins Boot zu holen. Viele wüssten gar nicht um die Vorzüge der dualen Ausbildung in Deutschland.

Jobcenter und Handwerkskammer sind sich darin einig, dass die Kooperation fortgesetzt werden soll. In ihrer jetzigen Form endet sie im Januar 2018. Dann nämlich läuft die Förderung aus. Wie die künftige Finanzierung aussieht, ist noch offen.

Kausa ist zu erreichen unter : 0173-32 88 947 und 0173-32 88 948 sowie nergis-yilmaz@hwk-kassel.de und mahmut.eryilmaz@hwk-kassel.de zu erreichen.

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