Engpässe auch beim Christbaum?

Großes Angebot: Kein Engpass bei Weihnachtsbäumen aus heimischen Wäldern

Frank Becker inmitten vieler Weihnachtsbäume, die es ab Mittwoch in Kassel-Kirchditmold zu kaufen gibt.
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Der Mann der Weihnachtsbäume: Frank Becker kümmert sich neben dem Verkauf auf dem eigenen Gelände am Rammelsberg auch um die Bäume von Hessen Forst. Die gibt es ab Mittwoch in Kirchditmold.

Überall ist wegen Corona von gestörten Lieferketten die Rede. Wie sieht es eigentlich bei Weihnachtsbäumen aus? Könnte es da auch eng werden?

Kassel – Danach sieht es ganz und gar nicht aus. „Wir haben reichlich Vorrat“, sagt Frank Becker, der seit vielen Jahren einen Weihnachtsbaumverkauf am Rammelsberg betreibt. Bereits zwei Wochen vor dem Fest decken sich hier die Kunden mit einem Wunschbaum ein. Das wird auch in diesem Jahr zu 80 Prozent eine Nordmanntanne sein.

Das sei eine ausgezeichnete Wahl, sagt einer, der es wissen muss. Uwe Zindel ist Leiter des für Kassel zuständigen Forstamtes Wolfhagen. Für die Familie kauft er traditionell eine Nordmanntanne aus dem heimischen Wald. Die halte sich lange und nadele kaum. In der Nähe von Oelshausen (Zierenberg), um Istha (Wolfhagen) und bei Bad Emstal-Sand gibt es größere Schonungen.

Der Forst hat mit Frank Becker einen Vertrag abgeschlossen, wonach der sich um den Baumverkauf unter Coronaauflagen kümmert. Damit habe man im vergangenen Jahr bereits gute Erfahrungen gesammelt, sagt Uwe Zindel. Auf dem Gelände der Revierförsterei Kirchditmold an der Hessenschanze beginnt am Mittwoch der Verkauf. Wegen Corona ist der gemütliche Teil mit Wildschweinbratwurst und Glühwein gestrichen. Auf einem vorgegebenen Parcours kann man sich ohne Gegenverkehr seinen Baum aussuchen.

Und wie sieht es mit den Preisen aus? Becker macht das an einem gängigen Beispiel deutlich. Eine zwei Meter große Nordmanntanne habe im vergangenen Jahr 39 Euro gekostet. Jetzt müsse man dafür 42 Euro bezahlen.

Das ist eine Entwicklung, die auch überregional zu beobachten ist. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger gibt Preisspannen von 42 bis 54 Euro für zwei Meter große Nordmanntannen an. Blautannen sind mit 24 bis 32 Euro günstiger, für Fichten werden 18 bis 24 Euro genommen. Höhere Personal- und Energiekosten seien für Preissteigerungen verantwortlich. Für viele gehört der Weihnachtsbaum unabhängig von dieser Entwicklung einfach zum Fest dazu. In Deutschland werden nach Angaben des Verbandes jährlich 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft.

Die meisten Bäume, die bei uns in Baumärkten, Einkaufszentren und vor Lebensmittelgeschäften angeboten werden, kommen aus dem Sauerland und Niedersachsen. Aber auch aus Dänemark werden sie geliefert.

Zunehmend beliebt sind Biobäume zum Fest. Frank Becker hat gerade eine frische Lieferung aus Bad Emstal geholt. „Da kommt kein Pflanzenschutzmittel dran, das ist alles bio“, sagt er und hält eine 1,50 Meter große Nordmanntanne hoch. Die habe er vor zehn Jahren selbst gepflanzt. Für größere Bäume müsse man länger warten. Nachschub für jeden Geschmack sei genügend vorhanden, versichert er.

Verkauf an der Revierförsterei Kirchditmold, Schanzenstraße 107, Mittwoch, 15. Dezember, bis Samstag, 18. Dezember, jeweils von 10 bis 16 Uhr. (Thomas Siemon)

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