In Kassel musste noch nie ein Freibad wegen Überfüllung gesperrt werden

Ansturm an heißen Tagen: Freibäder haben kein festes Besucherlimit

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Andrang: Bereits am Eröffnungswochenende war das neue Auebad sehr gut gefüllt. An die Kapazitätsgrenzen sei man bislang nicht gestoßen, sagen die Städtischen Werke.

Kassel. Temperaturen weit über 30 Grad hat das Thermometer bis zum vergangenen Wochenende angezeigt, ab Donnerstag soll es wieder heiß werden. Dann werden sich wieder Tausende von Badegästen in den drei Kasseler Freibädern tummeln.

Rekordtag im neuen Auebad war bislang der vergangene Samstag, 27. Juli 3635 Menschen besuchten das Kombibad, 1263 waren im Freibad Harleshausen und 1591 Gäste im Bad in Wilhelmshöhe: 6489 Badegäste insgesamt.

Da wurde es mitunter ziemlich eng auf den Liegewiesen, besonders im Auebad. Gibt es eigentlich eine Grenze für die Besucherzahl? „Es gibt kein fixes Limit“, sagt Heidi Hamdad, Sprecherin der Städtischen Werke. Sie merkt an, es habe in der Vergangenheit noch nie die Situation gegeben, dass ein Freibad in Kassel wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

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Die Werke als Bäderbetreiber seien für die Verkehrs- und Betriebssicherheit und damit auch für die Hygiene verantwortlich. Würde die Sicherheit gefährdet, weil sich zu viele Besucher im Bad aufhalten, müsste der weitere Einlass verwehrt werden. „Wir haben das auch in unserer Haus- und Badeordnung veröffentlicht, diese hängt im Kassenbereich des Auebades.“

Darüber hinaus gebe es eine Richtlinie für den Bäderbau, die von Experten zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und des Deutschen Sportbundes erstellt worden ist. Diese Richtlinien nennen maximale Zahlen von Badegästen bezogen auf die vorhandene Wasserfläche und die Zahl der Umkleidekabinen. Allerdings seien dies theoretische Angaben, sagt Hamdad. Denn wenn darin gesagt werde, es sollte sich nur eine bestimmte Zahl von Badegästen in einem Quadratmeter Wasser aufhalten - wer kann das während der gesamten Öffnungszeit in sämtlichen Becken ernsthaft überprüfen? Selbst Personenzählsysteme an den Eingangstreppen der Becken würden da nicht wirklich helfen, sagt Hamdad.

Das neue Auebad in Bildern

Das neue Auebad in Bildern

Die Sprecherin macht darauf aufmerksam, dass die Besucherzahlen in Bädern bundesweit seit Jahren rückläufig sind. Auch in Kassel. Zudem seien die Besucherzahlen im Sommer sehr wetterabhängig. Hamdad gibt Beispiele: Am 26. Mai seien bei kühlen Temperaturen nur 41 Menschen im Wilhelmshöher Bad gewesen, am 27. Mai habe es in Harleshausen 24 Gäste gegeben.

Mit Blick auf die Entwicklung der Bäderlandschaft in Kassel sagt die Sprecherin: „Es muss sich auch erst zeigen, wie das Auebad auf Dauer angenommen wird.“ In der ersten Woche (20. bis 28. Juli) kamen 20.610 Gäste ins Auebad. Zum Vergleich: Im gesamten Monat Juli wurden in Harleshausen 19.156 Gäste begrüßt und in Bad Wilhelmshöhe waren es 22.919.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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