Fünf Kasseler Filialen

Ab 22 Uhr kein Geld mehr: Automatenräume wegen Vandalismus nachts zu

Zu spät, um Geld abzuheben: Lasse Deppe steht bei der Commerzbank an der Friedrich-Ebert-Straße/ Goethestraße ab 22 Uhr vor verschlossenen Türen des Selbstbedienungsbereichs. Foto: Malmus

Kassel. Wegen Vandalismusschäden und Verschmutzung schließen immer mehr Banken ab 22 Uhr ihre Automatenräume. Mittlerweile können Kunden in fünf Kasseler Filialen erst ab 6 Uhr wieder Geld abholen und Kontoauszüge ziehen.

Betroffen sind je eine Filiale der Kasseler Bank, der Commerzbank und der Postbank, sowie zwei Filialen der Kasseler Sparkasse.

Was manchen Kunden ärgert, der abends unterwegs ist und noch Geld braucht, hat Gründe. Wiederholt mussten die Kreditinstitute ihre Selbstbedienungsbereiche in Ordnung bringen, weil Obdachlose dort übernachtet hatten oder Personen mutwillig die Einrichtung beschädigten.

Angefangen hatten die Probleme vergangenes Jahr in den Geschäftsstellen der Kasseler Sparkasse und der Kasseler Bank am Wehlheider Platz. Wohnungslose und Trinker hatten sich nachts in den Vorräumen einquartiert und diese verschmutzt. Kunden fühlten sich dadurch gestört. Auch sollen die Selbstbedienungszonen als Toiletten missbraucht worden sein. Seitdem sind die Räume nachts geschlossen.

Betroffen ist inzwischen auch die Geschäftsstelle der Kasseler Sparkasse an der Friedenskirche. Auch deren Automatenraum sei wegen „Verschmutzungen und Störungen“ von 22 bis 6 Uhr nicht mehr zugänglich, sagte Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse. Und weiter: „Wir bedauern diese Einschränkungen sehr, die durch äußere Einflüsse verursacht sind.“

Ein paar Hundert Meter weiter hatte die Commerzbank ähnliche Probleme. Die Filiale an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Goethestraße schließt ihren SB-Bereich nun ebenfalls ab 22 Uhr. „Die Filialdirektion hat sich schweren Herzens zu dem Schritt entschlossen“, sagt Commerzbanksprecherin Marion Denner. Kunden hätten sich verunsichert und bedroht gefühlt. „Zudem war die SB-Zone durch die unrechtmäßige Nutzung wiederholt so verschmutzt, dass die Benutzung der Geräte, und tagsüber auch der Zugang durch die Filiale, für die Kunden nicht zumutbar war“, sagt Denner.

Wegen Vandalismusschäden sei auch der Automatenraum der Postbank an der Hauptpost (Unteren Königsstraße 95) nachts verriegelt, sagte ein Postsprecher.

Bei der Kasseler Bank ist bislang nur die Filiale in der Nähe des Wehlheider Platzes (Wilhelmshöher Allee 129) betroffen. „Wir hatten zunächst versucht, mit einem Sicherheitsdienst die Sache zu regeln. Ohne Erfolg“, sagt Christina Hackenberg, Sprecherin der Bank.

Alle Banken verweisen ihre Kunden auf ihre jeweils nächstgelegenen Filialen mit SB-Zonen.

In den Kasseler Geschäftsstellen der Sparda-Bank und der Deutschen Bank gibt es aktuell keine derartigen Probleme.

Von Bastian Ludwig

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