Stadt verzichtet in Abstimmung mit RP auf Aufstockung

Stadt hat kein Geld für höhere Brückengeländer

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Um die Sicherheit dre Radfahrer zu erhöhen, wurde das Geländer der Fuldabrücke auf 1,30 Meter erhöht.

Kassel. Die Stadt Kassel verzichtet darauf, weitere Brückengeländer zu erhöhen. Diese Entscheidung ist laut Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD), der zurzeit auch das Baudezernat kommissarisch führt, in Abstimmung mit dem Kasseler Regierungspräsidium (RP) gefallen.

Das RP hält die Ausgaben angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt für nicht vertretbar.

Die von Anfang an umstrittene Erhöhung von 54 Brückengeländern hätte an die 500 000 Euro gekostet. 100 000 Euro sind bereits ausgegeben worden. Vor zwei Jahren hatte die Stadt mit der Aufstockung der Brückengeländer von 1,20 auf 1,30 Meter begonnen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen. Seitdem sind die Schutzvorrichtungen an zwölf Brücken aufgestockt worden. An 60 der 180 Brücken im Kasseler Stadtgebiet wurden Schilder aufgestellt, die Radfahrer vor der niedrigen Geländerhöhe warnen und zum Absteigen bewegen sollen.

Das Amt für Straßenverkehr und Tiefbau berief sich damals auf eine Empfehlung der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. „Nach unserer Einschätzung wäre es grob fahrlässig, wenn wir das nicht machen“, sagte der damalige Amtsleiter Gunnar Polzin. Schließlich sei die Haftungsfrage entscheidend. Man wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, keine Vorsorge getroffen zu haben.

Das sieht man im Rathaus nun offenbar anders. Nach einem in Auftrag gegebenen Gutachten gebe es keine generelle Pflicht, die Geländer aufzustocken, sagte Barthel. Man werde das Notwendige veranlassen, damit Radfahrer nicht gefährdet würden. Dies bedeute auch, dass sie mancherorts wieder auf der Straße fahren müssten - wie zum Beispiel auf der Brücke über die Bundesstraße 83 in Höhe Fuldaaue.

Auf das Maß von 1,30 Meter gebracht werden sollen nur noch Geländer an neuen Brückenbauwerken oder solche, die aus Altersgründen ersetzt werden müssen.

Von Ellen Schwaab

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